„'Cause every little thing gonna be alright“ - Mein verkürztes Auslandssemester in Kapstadt

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#Südamerika

31.01.2020 20:30 Uhr Abflug von Frankfurt mit einem kurzen Zwischenstopp in Dubai nach Kapstadt. Der Abschied war nervenaufreibend, aber mindestens genauso groß war meine Vorfreude und Nervosität. Gereist bin ich schon öfters für längere Zeit, aber das hier war irgendwie etwas Anderes, etwas Neues für mich. 9.630 km entfernt von Zuhause fünf Monate zu leben und zu studieren ist einfach was Anderes. Gewohnt habe ich dort in dem Stadtteil Bo Kaap in einem Haus mit neun anderen Studenten. Bo Kaap ist der bekannte Stadtteil mit den vielen kleinen bunten Häusern und liegt am Hang vom Signal Hill, sodass wir von unserer Terrasse einen unbeschreiblichen Blick auf den majestätischen Tafelberg hatten. Wohl das meist geknipste Motiv in meinen Fotos. Ein paar Tage nach meiner Ankunft sollte dann eigentlich schon die Universität los gehen und ich war irgendwie total gespannt was mich und Svea, mit der ich das Auslandssemester in Kapstadt gemacht habe, erwarten wird. Wir wurden super herzlich begrüßt und haben dann direkt die afrikanische Mentalität kennengelernt: Der Semesterstart verzögert sich um eine Woche. Grund gibt es nicht so wirklich. Nur die Bitte, dass wir uns keine Sorgen machen und die „mother city“ ausgiebig erkunden sollen. Gesagt, getan! Die erste Woche haben wir die typischen Sightseeing Hotspots abgeklappert und ich habe mich direkt wohl gefühlt. Die Vorlesungen gingen dann die Woche drauf los und für mich war es total spannend meine Kommilitonen kennenzulernen, die aus den verschiedensten Ländern Afrikas kommen und sehr aufgeschlossen waren. Das PR Studium dort beinhaltet viele Gruppenarbeiten, sodass wir direkt integriert wurden.

Wenn man in einem so großen Haus wohnt, gibt es immer jemanden mit dem man was unternehmen konnte. Meine niederländischen Mitbewohner und sind mit einer Organisation nach Kapstadt gekommen, über die ich dann auch viele internationale Leute kennengelernt habe. Ob mit meinen Kommilitonen oder mit meinen Mitbewohnern, nach der Uni war unsere Hauptbeschäftigung neben dem Strand und Surfen wohl Wandern gehen. Die knapp zwei Monate haben auf jeden Fall nicht gereicht, um all die Wanderungen von meiner To Do List abzuhacken (noch ein Grund wieder zu kommen!). 

Als im März die Corona Fälle auch in Europa stiegen, habe ich natürlich auch die Lage verfolgt und viel über die Entwicklungen und Regelungen von meiner Familie und meinen Freunden in Deutschland mitbekommen. Sorgen habe ich mir ehrlich gesagt noch keine gemacht. Im Vergleich zu Deutschland kam das Virus erst gut zwei Wochen verzögert in Südafrika an, sodass dieses noch gar kein wirkliches Thema war. Als die ersten Briefe, die sogenannten „Landsleutebriefe“, vom Auswärtigen Amt kamen und schließlich auch die Bitte, dass alle Deutschen die Heimreise antreten sollen, wurde ich stutzig. So sehr ich mich auch in die Stadt verliebt habe, irgendwann musste ich auch realisieren, dass es wohl besser ist die Heimreise anzutreten. Ein paar meiner Freunde sind bereits 1-2 Woche vor mir nach Hause geflogen und man hat gemerkt wie die Stadt immer leerer wurde. Von jetzt auf gleich gab es so gut wie keine Flieger mehr und es waren fast keine Touristen mehr auf der Straße. Zwei meiner kurzfristig gebuchten Flüge wurden gestrichen, aber beim dritten Mal hat es dann geklappt. Dieses ganzen Hin und Her mit den ganzen Stornierungen war schon ziemlich aufregend. Im Endeffekt war ich froh im Flieger zu sitzen, weil man unter diesen Umständen und der aktuellen Lage in Kapstadt bzw. ganz Südafrika nicht dort sein möchte. Geflogen bin ich schlussendlich dann mit meinen niederländischen Mitbewohnern mit einem Direktflug nach Amsterdam und von dort aus dann mit dem Zug weiter nach Hause.

Auch wenn ich eigentlich mit fünf Monaten gerechnet hatte, habe ich die zwei Monate an der CPUT in Kapstadt sehr genossen und hatte eine schöne Zeit in Südafrika. Bob Marleys Song „Three Little Birds“ lief in den Radios in Kapstadt rauf und runter, wurde deshalb auch zu unserem liebsten Lied und beschreibt wohl genau das, was ich von den Dozenten, meinen Kommilitonen und von der Zeit dort gelernt habe: „'Cause every little thing gonna be alright“. Genauso gut wie dieses weltbekannte Zitat die südafrikanischen Mentalität (angelegt an „Wenn nicht heute dann morgen oder in zwei Wochen“) beschreibt, passt es auch zu der aktuellen Corona-Lage mit der Hoffnung, dass Kapstadt den Lockdown gut übersteht. 

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