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Abenteuer Ausland: Palästina

Das Deutsch-Französische Kulturzentrum in Ramallah betreibt eine mobile Bücherei, den sog. "Bibliobus". Dieser fährt regelmäßig zu Schulen im Westjordanland und Ost-Jerusalem, die Deutsch- bzw. Französischunterricht anbieten. An Bord sind deutsche, französische und arabische Bücher, CDs und DVDs. Gerade in ländlichen Regionen ist dies die einzige Möglichkeit für die Kinder und Jugendlichen, mit einer Bibliothek in Kontakt zu kommen.

Während meines dreimonatigen Praktikum habe ich diese Schulbesuche organisiert und durchgeführt. Neben der Ausleihe bereitet das Team des Bibliobusses jedes Mal auch Spiele und Aktivitäten für die Schüler vor. Hier zeigte sich vor allem, dass der Bewegungsdrang vieler Kinder sehr ausgeprägt ist, denn ihr Schulleben besteht vor allem aus Sitzen und Lernen; oft gibt es sogar nur eine große Pause am Tag. Diese wird dann auf dem häufig nicht mit Spielgeräten ausgestatteten Schulhof verbracht.

Der Bibliobus-Besuch ist daher für die Schüler immer eine willkommene Abwechslung vom eintönigen Schulalltag. Besonders faszinierend waren für mich die Offenheit und die Begeisterung, die dem Team und dem Projekt entgegengebracht werden. Teilweise war der gesamte Schulhof voll mit Schülern, die die Ankunft des Busses mit lautem Geschrei begrüßt haben. Leider interessieren sich weit mehr Schulen für einen Besuch als der Bus leisten kann.

Natürlich ist auch der Kontakt zu Deutschen bzw. Franzosen, die im Bus mitfahren, für die Kinder ein aufregendes Erlebnis, bei dem sie ihre Sprachkenntnisse ausprobieren können und vielleicht zum ersten Mal ausländische Menschen kennelernen. So kommt es nicht selten vor, dass wir umringt von Dutzenden Schülern die halbstündige Mittagspause verbracht haben und uns gegenseitig deutsche, französische, englische und arabische Wörter und Sätze beibrachten.

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