Wanderlust

Abenteuer Ausland: Palästina

 „Berlin - 1989. Palestine - ???“

Sich im Westjordanland zu bewegen bedeutet vor allem: aufpassen, wo man langfährt. Um von A nach B zu kommen muss man zunächst einmal die Frage klären, ob der geplante Weg nur über palästinensisches oder auch über israelisches Gebiet führt. Dementsprechend finden sich unterwegs dann Checkpoints und Kontrollstationen. Nur auf die Karte zu schauen und dem kürzesten Straßenverlauf zu folgen, kann schnell dazu führen, dass man vor einem Checkpoint steht, den man nicht passieren darf. Dann muss man einen unter Umständen langwierigen Umweg in Kauf nehmen.

Um die Grenze zum Westjordanland möglichst undurchlässig zu machen, ist an vielen Stellen eine Mauer gebaut worden. Solche Mauern umgeben auch die im Westjordanland liegenden Siedlungen von Israelis. Wann immer man eine Mauer sieht, weiß man sofort: Hier fängt etwas anderes an bzw. hier hört etwas auf.

Zwar habe ich die Berliner Mauer nicht mehr miterlebt, aber als Deutscher hat man trotzdem ein seltsames Gefühl beim Anblick einer Mauer. Gerade, wenn diese (wie damals in Deutschland) quer durch ein eigentlich zusammengehörendes Stück Land verläuft. So finden sich auch an einigen Orten im Westjordanland Wandsprüche oder Kunstwerke, die Vergleiche mit der Berliner Mauer aufstellen.

Als junge Westeuropäer sind wir das Privileg gewohnt, uns ohne große Probleme frei bewegen zu können. Ein Wochenende in Paris? Ein Konzert in Amsterdam? Der Schulausflug nach Prag? Alles machbar. Mein Auslandsaufenthalt hat mich gelehrt, dass so etwas nicht selbstverständlich ist. Umso mehr weiß ich die Situation in Europa jetzt zu schätzen.

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