Wanderlust

Abenteuer Ausland - Polen

Ein Meer aus Lichtern. Allerheiligen in Polen. Allerheiligen wird in Polen nicht als Trauertag, sondern viel mehr als Feiertag volllebt. Es ist der Tag an dem nach christlichen Glaubens, an die Verstorbenen gedacht wird. Mit einem weinenden und viel mehr mit einem lachenden Auge. Die Familie kommt zusammen aus aller Welt um am Friedhof eine Kerze anzuzünden. Ein Meer aus Lichtern strahlt einem entgegen und erwärmt das Herz. Am Eingang stehen Buden mit warmem Tee und heißem Gebäck, auf dass man sich freuen kann nachdem man das Grab besucht, gepflegt und gebetet hat. Auch Familien ohne Angehörige kommen am Friedhof zusammen so werden Kerzen für Maria, für Kinder, Soldaten oder namenslose Gräber erleuchtet.  

Friedhöfe in Polen sind das ganze Jahr über immer bunt, gepflegt und erleuchtet, doch gerade an diesem speziellen Tag ist die Wärme und das Licht, so wie das Zusammenkommen atemberaubend. Ich wünschte ich könnte ein wenig von dem Zauber mitnehmen. Wenn manche in Deutschland von dem Tanzverbot an diesem Tag hören, gibt es Proteste und Wut darüber, dass sich doch nicht jeder Ungläubige an so einen Brauch halten müsse. All denjenigen rate ich einmal in Polen an dem Tag zum Friedhof zu gehen, oder generell an irgendeinem oder in eine Kirche, nicht um zu beten oder sich einen vielleicht als nicht besonders interessant empfundenen Gottesdienst anzusehen, sondern der Atmosphäre wegen. Es muss kein Tag sein, an dem man betet, sondern einfach einen an dem man Gedanken an die, die man liebt rausschickt und vielleicht wird man selbst so auch ein Stückchen glücklicher und kann die restlichen 364 Tage unbeschwert weiter tanzen.

 

 

 

 

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