Wanderlust

Mein verrücktestes Erlebnis in Indonesien

Ich war mit dem Master „Design und Medien“ in Indonesien. Da haben wir einen Design Thinking Workshop an der dortigen Hochschule in Yogyakarta der ISI gemacht. Somit habe ich mal in eine ganz andere Hochschule schauen dürfen, die unter einer ganz anderen Kultur geleitet wird. Aber darum soll es in meinem Artikel nicht gehen. Für mein Erlebnis erstmal kurz vorweg, ich bin nicht dick und nicht dünn. Ich bin vielleicht groß und nicht unbedingt eine Grazie. Aber ich denke ich bin ganz normal. Zumindest hier in Deutschland. Wenn man in Indonesien ankommt bemerkt man sofort den andersartigen Verkehr. Wie es hier Autos gibt, gibt es dort Roller. Dazu kommen dann ein paar Autos, Taxis und hier und da ein paar Menschen auf Fahrräder und nur wirklich wenige die zu Fuß unterwegs sind. Das kann man aber auch verstehen, wer geht denn schon gerne bei 35 Grad zu Fuß, wenn er auch mit dem Roller fahren kann? NIEMAND, nur die Touristen. Wenn man sich als Tourist aber auch mal anders fortbewegen möchte, dann kann man mit einem weiteren Verkehrsmittel fahren, der Becak (das ist ein Fahrradtaxi.). Damit kann man auch mal ein Gefühl für diesen Straßenverkehr bekommen. Denn gefühlt fährt da jeder wie er will. Und vor allem fahren die Menschen dort so eng aneinander, dass man nur auch einen Knall von kollidierenden Verkehrsteilnehmern wartet. Das passiert aber nicht! Am Anfang ist es noch komisch in so einem offenen Gefährt, wie der Becak, durch einen so dichten Verkehr zu fahren, aber die neugierigen Fragen der Fahrer und die vielen Eindrücke lenken einen schnell ab. Ich stehe also mit drei Freundinnen an der Straße und wir wollen ein letztes mal mit einer Becak fahren. Wir halten zwei Fahrer an. Diese fragen wo wir hin wollen und nachdem sie unser Ziel erfahren haben, fragen sie uns was wir zahlen wollen. Wir überlegen. Anhand der sonstigen Preise, die wir bezahlt haben, sagen wir einen eigentlich guten Preis (als Tourist zahlt man sowieso viel mehr als die Einheimischen, für unsere Verhältnisse ist der Preis aber trotzdem nicht viel). Wir schlagen 20.000 Ruipah vor. Der Becakfahrer schaut uns daraufhin an, überlegt einen kurzen Moment und sagt: „Sorry! Maybe 25.000? Because you’re so big women?!“ und formt dabei mit den Händen eine Silhouette einer dicken Frau nach. Wir schauen uns verdattert an und fangen alle an zu lachen. Wahnsinn! Da hat doch ein uns unbekannter Mensch uns gerade gesagt, dass wir dick sind. Nachdem wir fertig gelacht haben (die Fahrer sind noch mit in lachen eingestiegen) lassen wir den Männern ihren Dicke-Frauen-Aufpreis und setzen uns in die Becaks. Keiner von uns hat sich beleidigt gefühlt, wir fanden die Offenheit des Fahrers amüsant. Im Nachhinein habe ich von einer Freundin erfahren (sie reist oft nach Indonesien und hat dort auch engen Kontakt zu Einheimischen), dass es in dieser Kultur normal ist jemandem auf seine vielleicht fülligere Figur anzusprechen. Das macht man dort, wenn man sich um jemanden sorgt bzw. ihm nahesteht. Ihr ist das wohl schon häufig passiert. Für mich ein ganz neuer Aspekt!

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