Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Italien

Allgemeine Daten

01.03.2016 - 31.07.2016
Italien
Milano

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Politecnico di Milano

Fachrichtung des Betriebs

Design

Studiengang

Interior Design

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Die Studienplatzsuche war relativ einfach. Ich konnte auf der Seite der Hochschule zwischen verschiedenen Partnerhochschulen in Europa auswählen, die den Studiengang Design anbieten. Für mich war schnell klar, dass ich nach Mailand gehen wollte, weil die Politecnico einen sehr guten Ruf hat und ich dort auch in meinem eigentlichen Studiengang studieren konnte - also Interior Design. Nach der Online-Bewerbung musste man Schritt für Schritt weitere Unterlagen einreichen, über die ich aber frühzeitig informiert wurde bzw. die ich auf der Platform mobility-online einsehen konnte. Und bald kam dann die Zusage von der Politecnico.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Wohnungssuche erwies sich als schwieriger. Als ich mich mit den Mietpreisen in Mailand vertraut machte, merkte ich schnell dass ein WG-Zimmer sehr teuer werden würde - die Miete würde zwischen 400-600€ betragen. Daher entschied ich, mir mit einer Kommilitonin aus Hannover ein Doppelzimmer zu teilen, da dies in Mailand relativ üblich ist, anders als in Deutschland.

Zunächst suchte ich auf der Seite der Politecnico nach geeigneten Studentenwohnheimen ("residences"), die ich aber als überteuert empfand. Zudem waren diese meist außerhalb gelegen und man musste viele Regeln einhalten und war oft eingeschränkt. Ich fragte mich also bei Leuten durch, die entweder schon in Mailand studiert hatten oder Freunde dort haben. Die meisten rieten mir auf verschiedenen Internetseiten, wie uniplaces.com oder easystanza.it zu schauen oder in Facebook-Gruppen einzutreten. Uniplaces.com war zunächst hilfreich, allerdings fällt dort eine Vermittlungsgebühr an. Ich meldete mich dann auf verschiedene Zimmerangebote bei Facebook und schrieb Leute an. Das war sehr mühselig und oft wusste man nicht wie seriös das Inserat wirklich war. Ich bekam dann eine Antwort von einer netten 3er WG, die für einen Monat ein Zimmer mit Hochbett zur Zwischenmiete angeboten haben. Wir vereinbarten ein Skype-Gespräch, um uns kennen zu lernen und Fragen zu klären. Zum Glück kam dann die Zusage!

Bis zum Schluss hatten wir allerdings ein komisches Gefühl, da wir natürlich nicht genau wussten, in was für ein Haus wir ziehen und ob uns in Mailand dann wirklich jemand die Tür öffnet. Alles hat dann aber gut geklappt. Wir waren sehr froh, dass wir für den ersten Monat unseres Auslandssemesters eine WG im beliebten Stadtteil Navigli gefunden hatten. So konnten wir uns dann vor Ort weiter umhören. Es war außerdem sehr hilfreich mit Einheimischen zu wohnen, da wir unsere Mitbewohner alles Mögliche bezüglich der Stadt fragen konnten.

Für die folgenden vier Monate in Mailand fanden wir dann eine WG im Stadtteil Citta Studi nahe des Hauptcampus der Politecnico, zusammen mit zwei italienischen Architektur-Studentinnen. Wir haben uns bewusst entschieden, nicht in die unmittelbare Nähe der Uni zu ziehen, da sich der Campus Bovisa relativ weit außerhalb des Stadtzentrums befindet. Citta Studi war dann ein gute Option, da wir eine relativ schnelle Busverbindung zur Universität und eine gute Tramanbindung in die Innenstadt hatten. Auch unser Sprachkurs fand beim Leonardo Campus statt.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Unterkunft im Monat (ca.)

310

Verpflegung im Monat (ca.)

200

Freizeit im Monat (ca.)

200

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Als wir in Mailand ankamen, war der erste Weg direkt zur Uni, um sich sozusagen einzuschreiben. Dort bekamen wir eine vorläufige Immatrikulationsbescheinigung, die wir für das monatliche Metro-Ticket benötigten. Die Karte kann man an jedem ATM Schalter erstellen lassen und muss sie dann jeden Monat für 22€ aufladen, was verhältnismäßig sehr günstig ist. Auf eine italienische SIM-Karte habe ich zunächst verzichtet, da man fast überall WLAN hatte - zuhause, in der Uni und in der Stadt. Es gibt ein öffentliches City-WLAN, für das man sich einmalig anmelden kann.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Die Politecnico di Milano hat insgesamt sieben Standorte, zwei davon befinden sich in Mailand - der Hauptcampus Leonardo, der sich nahe des Zentrums im Studentenviertel Citta Studi befindet und der etwas außerhalb im Norden gelegene Campus Bovisa. Im letzteren ist auch die Fakultät für Design untergebracht und somit auch der Studiengang Interior Design.
Die Vorlesungen fanden mehr oder weniger in zwei verschiedenen Gebäuden statt. Auf dem Gelände selbst ist auch eine kleine Mensa/Cafeteria vorhanden. Außerdem gab es in den Straßen rund um die Universität viele weitere Möglichkeiten, Mittag zu essen, ob Pasta oder Panino! Dort waren auch mehrere Copyshops angesiedelt, sodass man - falls der Druckpool in der Uni gerade ausgelastet war - dorthin ausweichen konnte. Leider musste man alle Kosten für Charts und Booklets selber tragen.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Die erste Woche an der Politecnico war ziemlich turbulent - fremdes Gebäude, fremde Kommilitonen und Professoren, fremde Sprache!

Bevor die Kurse starteten, gab es aber eine Menge Hilfe vom International Office. Zusammen mit einem Coordinator wurde der Stundenplan erstellt und die Kurse gewählt. Im Intranet der Politecnico konnte man dann einsehen, welche Kurse man bei welchem Professor belegt hatte und in welchem Raum das Ganze stattfand. Bis zu drei Wochen nach den ersten Vorlesungen hatte man noch die Möglichkeit, die Kurse umzuwählen.

Ich belegte insgesamt drei Kurse und einen einwöchigen Workshop. Da ich hier in Hannover bereits sieben Semester studiert hatte, konnte ich an der Politecnico auch Master-Kurse belegen. Das war sehr gut, da diese alle auf Englisch waren und bei mir eigentlich keine Sprachprobleme auftraten. Meine Kurse waren bis auf den Workshop aber alle relativ theoretisch. Ich fand es anfangs sehr ungewohnt, dass ein Kurs meist immer über vier Stunden stattfand, d.h. entweder von 9 Uhr bis 13 Uhr oder von 14 Uhr bis 18 Uhr. Nach zwei Stunden gab es dann kurze Kaffeepausen. Trotzdem fiel es mir manchmal schwer, so lange aufmerksam zu sein, da ich auch oft das Gefühl hatte, alles würde zu oft wiederholt und manchmal künstlich in die Länge gezogen werden.

Am Ende des Semesters wurden die meisten Kurse mit Präsentationen oder mündlichen Prüfungen abgeschlossen. Alle Kurse habe ich schlussendlich aber gut meistern können, auch wenn so manche Gruppenarbeit manchmal wirklich nervenaufreibend war. Ich konnte trotzdem aus jedem Kurs etwas mitnehmen und auch die ständige Zusammenarbeit mit internationalen Studenten hat meinen Horizont definitiv erweitert.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Durch die Kurse in der Uni und über das Erasmus Student Network (ESN), die sämtliche Events, Partys und Trips während des Semesters organisieren, findet man ziemlich schnell Kontakt zu anderen Erasmus-Studenten. Allerdings war es schwieriger Kontakt zu italienischen Studenten aufzubauen, da man sich oft nur in "Erasmus-Kreisen" bewegt hat.

Wir hatten aber das Glück, mit zwei italienischen Studentinnen zusammen zu wohnen. Die beiden waren zwar auch sehr mit ihrem Studium beschäftigt, trotzdem hatten wir so die Gelegenheit mehr über die italienische Kultur zu erfahren. Ein besonderes Erlebnis war, dass mich die beiden über den nationalen Feiertag mit in ihre Heimstadt San Severino genommen haben, eine Gemeinde 50km südwestllich von Ancona. Ich hatte die Möglichkeit für ein paar Tage echtes italienisches Leben mit zubekommen - mit einem Vintage Fiat Cinquecento über die kurvenreichen Landstraßen fahren, Mittagessen mit der ganzen Familie zuhause bei den Großeltern!

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner freien Zeit habe ich versucht, Mailand so gut es geht kennen zu lernen und viele wunderschöne Orte in Italien zu bereisen. Mailand als Stadt bietet alleine schon so viele Möglichkeiten. Es gibt unzählige Museen, Gallerien und Ausstellungen. Ein echtes Highlight war die Möbelmesse Salone del Mobile im April. Die ganze Stadt steht dann für eine Woche Kopf. Designer öffnen ihre Showrooms, veranstalten Partys und es gibt viele coole Installationen zu sehen.

Ich habe den italienischen Caffè lieben gelernt, oft die italienische Küche genossen und mich mit Freunden zu einem Aperitivo getroffen. Zudem habe ich weitere Städte bereist - Turin, Florenz, Bologna, Verona, Venedig. Auch der Besuch der Architekturbiennale in Venedig war etwas ganz Besonderes. Ich habe in diesem halben Jahr so viele Inspirationen sammeln können, was wirklich ein Traum für jeden Design-Student ist!


Nach meiner Rückkehr

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