Erfahrungsbericht: Auslandssemester Korea

Allgemeine Daten

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Ajou University

Studiengang

Wirtschaftsingenieur Elektrotechnik

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Sehr einfach,
da die Hochschule Hannover nur die Ajou University als Partnerhochschule in Korea hat. Die Formalitäten sind relativ einfach zu regeln.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Es ist Pflicht als Austauschstudent, bei der Bewerbung für das Studentenheim, dass International Dorm auszuwählen. Hat man jedoch vor zu zweit zu reisen und gibt seinen Partner als Zimmerkollegen an, kommt man automatisch in die Hwahong-Hall wie in meinem Fall. Das liegt daran, dass es sonst Pflicht ist im international Dorm mit einem koreanischen Studenten das Zimmer zu teilen. Die Hwahong-Hall ist in 5 Etagen getrennt. Diese sind in Geschlechter getrennt und die Männer haben Ihre Etagen in der 1, 3 und 4. Es ist dringend zu empfehlen direkt am ersten Tag sein Zimmer gründlich zu reinigen, da meist die Vorgänger das Zimmer dreckig hinterlassen. Sonst wird jeden Tag der Flur+Gemeinschaftsräume, die Küche und Badezimmer/Toilette gereinigt. Jedoch ist anzumerken, dass manche Leute die Spülung der Toilette, während des ganzen Semesters nicht gefunden haben, um es freundlich auszudrücken. Dieses sollte jedoch nicht von einem Aufenthalt in der Hwahong Hall abschrecken, da ich mit Sicherheit bestätigen kann, dass es sehr einfach ist dort neue Leute kennen zu lernen! Alle Leute waren sehr freundlich sind und sogar bereit sind, ihr Essen zu teilen. Außerdem bekommt man ein sehr gutes Bild über die unterschiedlichen Kulturen.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Möchtest Du etwas zu den Versicherungen anmerken?

Es ist Pflicht eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen. Ich habe einige Studenten kennengelernt, die mit Ihrer koreanischen Krankenversicherung (welche man am in den ersten Tagen an der Ajou University abschließen kann) ins Krankenhaus mussten und die Rückerstattung der Kosten hat sich manchmal aufgrund der Kommunikationsprobleme sehr schwer gestaltet. Wer diesen Stress während seines Aufenthaltes nicht haben möchte sollte eine deutsche Versicherung abschließen diese ist auch im Vergleich zur koreanischen deutlich günstiger. Meine musste zum Glück nie zum Einsatz kommen! Jedoch gibt es in der Studentunion 1 eine kleine Ambulanz wo man umsonst behandelt und Medikamente bekommen kann.

Wie lief es mit den Finanzen?

Es ist zu Empfehlen sich für ein Stipendium an der Hochschule zu bewerben. Ich habe das Erasmus+ Stipendium erhalten, welches mit 650 Euro im Monat dotiert ist und außerdem eine Reisepauschale von 1.100 Euro enthält. Damit wird schon der Großteil der Kosten gedeckt. Jedoch bin ich sehr viel gereist während meines Auslandssemesters. Dieses habe ich durch meine eigenen Mittel finanziert.

In der ersten Woche kann man sich darauf einstellen, dass man am meisten Geld ausgeben muss, da man die Miete von 885,000 Won/ ca 700 Euro und Geld für ein Kopfkissen und die üblichen Haushaltsutensilien benötigt. Ansonsten haben sich meine Kosten in Korea in Grenzen gehalten, da es im Vergleich zu Deutschland günstiger ist.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Man kann sich darauf einstellen größtenteils im Restaurant zu essen. Die Restaurants sind deutlich günstiger, als in Deutschland und Wasser kann man sich umsonst nachholen. Ich habe auch sehr viel selbst gekocht, aber das macht nur Sinn, wenn man sich die Kosten mit einer zweiten oder mehreren Personen teilt, da Lebensmittel im Supermarkt teurer sind, als im Restaurant zu essen. Außerdem ist noch anzumerken, dass viele Preise die an den Restaurant"s ausgeschildert sind sich für mindestens 2 Personen beziehen, da die Koreaner selten alleine Essen gehen. Jedoch findet man im Restaurant auch die Preise für 1 Person. Also nicht abschrecken lassen im ersten Moment.

Unterkunft im Monat (ca.)

175

Verpflegung im Monat (ca.)

160

Freizeit im Monat (ca.)

150

Sonstiges

100

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Ich habe mir meine Kreditkarte bei der DKB geholt. Ich war im großen und ganzen sehr zufrieden mit der Wahl, jedoch empfehle ich die Registrierung der "verified by visa" schon in Deutschland zu machen, da das in Korea nicht geklappt hat. Das liegt daran, dass ihr den Pin zur Registrierung mit dem nächsten Kontoauszug erhaltet und die Gültigkeit des Pins meistens dann schon abgelaufen ist. Also möglichst zum Monatsende registrieren und am besten schon in Deutschland. Ihr braucht das nämlich um Online bezahlen zu können, falls ihr beispielsweise einen Flug nach Tokio plant oder sowas. Deshalb lohnt es 2 Kreditkarten zu haben, aber ich habe das meiste mit der DKB gemacht. Es gibt im Studentenwohnheim ein Geldautomaten und man findet im ganzen Campus verteilt ganz viele Geldautomaten. Ich sage das deshalb, weil es in der Regel Aufschlag gibt mit Kreditkarte zu zahlen, deshalb lohnt es sich mit Bargeld unterwegs zu sein.

Es gibt nur relativ wenig Formalitäten zu erledigen, wie die Krankenversicherung im International Office einzureichen und das Learning Agreement Changes. Das Wichtigste ist jedoch die Alien Registration Card. In der ersten Woche erhaltet ihr in einer Präsentation alle wichtigen Informationen zu Terminen und welche Unterlagen benötigt werden (Reisepass, Passbild und ein Gesundheitszeugnis). Es lohnt sich aufjedenfall 6 Passbilder mitzunehmen, aber man kann auch sehr günstig Passbilder in der Yulgokhall machen.

Ich bin völlig ohne Sim-Karte in Korea ausgekommen, da es wirklich sehr oft frei verfügbares W-lan gibt.

Meine Empfehlung noch: Ihr solltet aufjedenfall nach Jeju während des Aufenthaltes reisen. Es gibt viel zu sehen und ist einfach atemberaubend. Jedoch brauch ihr einen internationalen Führerschein, da es zunächst mal sehr günstig ist dort ein Auto zu mieten und mit dem Bus ist man nicht flexibel genug und vor allem sehr zeitgebunden. Am besten in Deutschland schon machen.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Ich habe die Ajou University in Suwon besucht und der Campus ist riesig ! Hier der Link um sich ein Überblick zu verschaffen: http://edorm.ajou.ac.kr/edorm/campus_map.jsp
Man findet wirklich alles auf den Campus Mensen, kleine Convenience store"s es gibt sogar im Krankenhaus ein Burger King einfach mal durchschnuppern.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Da ich Wirtschaftsingenieur Elektrotechnik studiere gab es eine sehr gute Auswahl an Fächern, die zur Erfüllung der Wirtschafts Vertiefung beitragen, jedoch hatte man wie auch im Sommersemester eine sehr schlechte Wahl an Elektrotechnik vertiefern. Es wurden zunächst viele Elektrotechnik Fächer im Katalog vorgestellt, jedoch wurden ca 70 Prozent der Elektrotechnik Vorlesungen wieder abgesagt, so dass ich als Elektrotechnik -Vertiefung Circuit theory und probalility and random variables belegen musste. Das Niveau in diesen Fächern ist schon von Anfang an sehr hoch gewesen und hätte ich das Grundstudium nicht gehabt wäre Circuit theory höchstwahrscheinlich eine Qual gewesen. Jedoch hilft einem das koreanische Benotungssystem sehr aus, so dass man sich keine Gedanken machen muss das man in den Kursen durchfällt. Jedoch sind Hausaufgaben und Anwesenheit Pflicht und gehen in die Note mit ein. 

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Der Kontakt zu anderen Kommilitonen war sehr gut. In den ersten Wochen lernt man am meisten Leute kennen. Deshalb ist es wichtig in dieser Zeit in sehr vielen Gemeinschaftstätigkeiten mitzumachen (Beispiel: Fahrt nach Seoul, Friendsclub Party, Chicken and beer Veranstaltung... ), da man dort sehr schnell Kontakt zu den anderen Studenten findet und mit einigen von Ihnen sogar Reisen ins Ausland planen kann.
Es hilft auch sich dem friends club anzuschließen oder den ganzen anderen clubs, welche sich in den ersten Wochen vorstellen.

Was ich persönlich noch teilen möchte: Ich habe einen sri lankanischen Backround. Deshalb bin ich mit der deutschen und der sri lankanischen Kultur aufgewachsen. Das hat zur Folge, dass ich meinen Milchtee dem Kaffee lieber vorziehe. Während des Aufenthaltes in Korea hatte ich die Chance dieses zu teilen. Ich habe fast jeden Abend Milchtee für mehrere Leute gekocht und wir haben uns dannach hingesetzt und im Gespräch unsere Kultur, Werte, witzige Geschichten und Fakten zu unserer Heimat ausgetauscht. Wir alle stehen noch gut in Kontakt und sind gute Freunde geworden. Das war echt unbezahlbar und alleine für diese Erfahrung hat es sich gelohnt nach Korea zu fliegen.

Außerdem war ich noch Leiter unseres Deutschland Teams am international Day. Wir haben Kartoffelsalat mit Würstchen und Bier verkauft. Nicht nur das wir mit den anderen Studenten unsere Kultur austauschen konnten, es hat auch total viel Spaß gemacht und wir hatten ein sattes Plus in der Kasse zu verzeichnen ( auch wenn dieses nicht unsere Absicht war). Deshalb aufjedenfall am international Day teilnehmen und mein Tipp früh genug planen ! Außerdem kann man auch noch mit ein paar anderen Studenten eine Tanzeinlage einstudieren und die besten drei bekommen auch Preisgelder dafür. Deshalb umbedingt am international Day teilnehmen ! Man bekommt soviel Kontakt zu den anderen Kommilitonen und vor allem zu den Kulturen.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

Ich bin viel gereist während des Semesters. Ich war in Japan und Hong Kong, jedoch haben Seoul, Busan und JeJu auch viel zu bieten. Ein Korea- Reiseführer ist sehr zu empfehlen vor der Reise. Außerdem war ich noch im Schwimmkurs und habe das Gym, welches im Studentenwohnheim war besucht. Es gibt jedoch viele Aktivitäten die von der Uni aus organisiert werden und die Uni bietet wie vorhin erwähnt ein reiche Auswahl an Aktivitäten an.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Während der Zeit im Ausland bin ich persönlich gewachsen. Ich konnte mir ein Einblick über viele unterschiedliche Kulturen machen und habe generell viel neues über mich und die Welt gelernt. Es lohnt sich so sehr ins Ausland zu gehen, da man einfach so viel neues entdecken wird und Korea hat viel an Kultur, Essen und Sehenswürdigkeiten zu bieten. Ich kann es nur jedem Empfehlen ins Ausland zu gehen und seine eigenen Erfahrungen zu machen. Viel Spaß euch !

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Alle meine Änderungen wurden im Learning Agreement Changes anerkannt.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Die wichtigsten hatte ich schon genannt:

Kreditkarte
Internationaler Führerschein

Für größere Besorgungen lohnt es sich das Tax Free Formular an der Kasse einzufordern und den Kassenbeleg mitzunehmen.( Im Hinterkopf behalten).

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Ich plane meinen nächsten Auslandsaufenthalt schon. Ich hoffe mit dieser Auslandserfahrung Arbeitgeber auf mich interessant zu machen, die Leute im Ausland brauchen. Außerdem kann ich es kaum abwarten neue Kulturen kennen zulernen und weiterhin mit der DAAD zusammenzuarbeiten und neue Studenten zu beraten und zu begrüßen.