Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Schweden

Allgemeine Daten

25.08.2016 - 15.01.2017
Schweden
Växjö
P G Vejdes väg 10

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Linné-Universität

Studiengang

Computer Science

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Die Studienplatzsuche erfolgte fast ausschließlich mit denen von der Hochschule bereitgestellten Unterlagen. Es gibt eine Website mit der man sich die vorhandenen Partneruniversitäten mit dem entsprechendem Studiengang filtern lassen kann. Ist man soweit, sollte man sich vor dem bewerben auf diese Partneruniversität sich mit dem Modulhandbuch der jeweiligen Uni auseinander setzten. Eventuell kann es vorkommen, dass das Modulhandbuch nicht wirklich seinen Studienvorstellungen entspricht, wie es bei mir der Fall war. Ich habe anstatt Elektrotechnikkurse Informatikkurse belegen müssen. Da ich allerdings in Richtung Ingenieursinformatik studiere, kam mir dies sogar relativ entgegen.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Bei der Wohnungssuche würde ich persönlich dazu raten, den Campus zu wählen. Es gibt auch Möglichkeiten in der Innenstadt von Växjö zu wohnen, allerdings spielt sich so ziemlich alles auf dem Campus ab. Mit einem Fahrrad oder dem Bus lässt sich außerdem schnell die Innenstadt erreichen.
Bei der Wohnungssuche gibt es zwei verschiedene Möglichkeiten:

->Privat (Facebook Gruppen, Schwedisches eBay Kleinanzeigen)
->Vermietung über Vermittlungsplattform (Boplats Växjö)

Bei der privaten Wohnungssuche ist der Vorteil, dass keine Vorlaufzeit nötig ist. Man muss sich mit den jeweiligen Personen in Verbindung setzten und hoffen, dass diese einen die Wohnung für die gewünschte Zeit überlassen. Meist sind dies selber Erasmus Studenten, oder sie machen ein Praktikum außerhalb von Växjö.
Bei dieser Art der Wohnungssuche sollte Vorsicht geboten sein. Mir sind mehrere Leute begegnet, die betrogen worden sind. Sie haben eine Vorauszahlung der Miete geleistet und dann nie wieder etwas von der Person gehört. Teilweise wurde das Geld zurücküberwiesen, da die Polizei eingeschaltet wurde, aber einige Personen sind auf dem Geld sitzen geblieben.

Der andere Weg ist sich auf einer Vermittlung Platform anzumelden( http://www.boplats.vaxjo.se/) . Hier läuft es so, dass je länger man angemeldet ist, mehr Chancen auf eine Wohnung hat. Pro Tag gibt es einen Punkt. Ich habe meine Wohnung mit knapp 120 Punkten bekommen, was teilweise sehr wenig ist. Also es lohnt sich, sich früh anzumelden, wenn Schweden in eure engere Auswahl für ein Auslandssemester in Frage kommt ;)
Was Kontakt und Service dieser Plattform angeht, kann ich nur positiv berichten. Immer recht fix geantwortet und auch immer viele Informationen bereitgestellt.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Möchtest Du etwas zu den Versicherungen anmerken?

Bei meinem Auslandsaufenthalt wurde mir eine Versicherung bereitgestellt. Lediglich für verschiedene Trips musste man zusätzlich eine abschließen (Dies wird bei den Trips angemerkt).
Da ich allerdings über meine Kreditkarte eh eine Versicherung mit drin hatte, musste ich mich um nix kümmern.

Wie lief es mit den Finanzen?

Das Erasmus-Stipendium ist natürlich eine sehr große finanzielle Hilfe. Zusätzlich hatte noch ein weiteres Stipendium, welches mir einen relativ angenehmen Aufenthalt ermöglichte.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Die Lebenserhaltungskosten in Schweden sind in etwa um das 1,5 fache teuere als in Deutschland. Besonders Fleisch, Obst und Alkohol sind teuerer als in Deutschland. Außerdem kostest Wasser aus Flaschen sehr viel, allerdings ist das Leitungswasser überall extrem gut und lässt sich gut trinken. Sogar in Restaurants gibt es so gut wie immer Leitungswasser umsonst, selbst ohne fragen, direkt auf den Tisch gestellt.
Da meine Wohnung unmöbliert vermietet wurde, musste ich mir ebenfalls alle Möbel organisieren. Dies ist Dank einiger Facebookgruppen aber auch echt einfach und relativ günstig. Außerdem findet von der Studentenorganisation am Anfang ein Trip nach Ikea statt, wodurch keine Lieferkosten entstehen und man sich mit allem wichtigen relativ günstig eindecken kann. Da im nächsten Semester immer neue Studenten kommen, ist es auch kein Problem seine Möbel wieder fast zum gleichen Preis wieder los zu werden.

Unterkunft im Monat (ca.)

310

Verpflegung im Monat (ca.)

300

Freizeit im Monat (ca.)

500

Sonstiges

200

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

In den ersten Tagen nach der Ankunft sollte man sich beim ISO in Växjö anmelden. Zur Begrüßung haben wir ein Welcome Package erhalten mit vielen Informationen und einer Simkarte von Comviq (schwedischer Mobilfunkanbieter). Die studentische Organisation Växjö International Students (VIS) sorgt bereits am Anfang für einige Aktivitäten, wie das Welcome Dinner und andere kleinere Aktivitäten wie Kennlernspiele. Ein weiterer wichtiger Organisationsfaktor der in den ersten Wochen hinzukommt, ist die Beschaffung von diversen Karten. Demnach braucht man Karten für die Bibliothek, den Eintritt für die Campus-Clubs und die Aktivitäten (Membership VIS, Nation-Card, Linnestudenterna-Card), den Bus und evtl. für das Uni-Fitnessstudio. Es empfiehlt sich insbesondere sich die ganzen Membership- Karten zu holen und an den zahlreichen Angeboten von dem VIS teilzunehmen. Hier konnte man sehr viel erleben und mit anderen internationalen Studenten in Kontakt kommen.
Um nicht zu viele Gebühren für das Geld abheben/bezahlen zu bekommen, empfiehlt sich schon vor dem Antritt zum Auslandsaufenthalt über eine geeignete Bank zu informieren. Verschiedene Banken erheben zum Beispiel keine Kosten auf Auslandsüberweisungen oder auf das Abheben von Geld im Ausland.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Der Campus ist relativ groß, da sich viele Studienunterkünfte ebenfalls auf dem Campus befinden. Supermärkte sind schnell zu erreichen. Die Universität ist sehr modern und sehr gut ausgestattet. Sie besteht aus mehreren Gebäuden, welche die verschiedenen Fachrichtungen trennen. Es gibt eine Bibliothek mit vielen Plätzen und Gruppenräumen. Da in Schweden sehr viel wert auf Gruppenarbeit gelegt wird, ist dies aber auch nötig.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Anders als in Deutschland beginnt das Semester in Schweden früher und es wird in vier Perioden eingeteilt. Demnach besucht man Kurse, die entweder über eine, zwei oder vier Perioden gehe. Die Prüfung wird häufig direkt vor Beginn des nächsten Kurses geschrieben, sodass ein glatter Übergang vorhanden ist. Allerdings muss man bei der Wahl der Veranstaltungen aufpassen, da man diese gut in die vier Perioden aufteilen sollte. Häufig werden auch viele Assignments oder Home Exams zusätzlich als Prüfungsleistung gefordert. Generell ist das Lehrangebot auf Englisch und das Niveau ist in den meisten Studienfächern relativ hoch.
Ich habe an der Universität Computer Science studiert. Generell haben die Schweden weniger Lehrveranstaltungen und erwarten, dass man zuhause sehr viel macht. Teilweise sind 3-4 Lehrveranstaltungen in einer Woche viel, sodass man oft Zeit in der Bibliothek verbringen muss.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Der Kontakt zu Kommilitonen hielt sich bei mir in Grenzen, da ich wenig Veranstaltungen hatte und kleine Kurse, da Computer Science eine sehr kleine Gruppe an der Uni war. Kontakt zu einheimischen Studenten war relativ einfach, da sie sehr freundlich und offen sind. Am meisten lernt man jedoch andere Erasmus Studenten durch die ganzen Veranstaltungen, die sehr oft stattfinden, kennen.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

Die studentische Organisation Växjö International Students (VIS) organisiert viele Trips, bspw. Ausflüge nach Norwegen, Stockholm, Lappland, Estland und Gotland.
Växjö selbst hat eine kleine Innenstadt in der man ein wenig unternehmen kann. Besonders beliebt waren innerhalb von Schweden die Ausflugsziele: Malmö, Stockholm und Göteburg, welche gut mit dem Zug erreichbar waren. In der unmittelbaren Umgebung allerdings war es eher naturbelassen mit vielen für Schweden typischen Seen und Wäldern. Deshalb wurde hauptsächlich mit Freunden etwas auf dem Campus unternommen, wie der in Schweden üblichen Fika-Pause im Café Tufan. Am Abend konnte man zudem in zwei Clubs oder Bars auf dem Campus den Abend ausklingen lassen. Auch hier wurde sehr viel für die Studenten geplant. In der Innenstadt gibt es natürlich auch einige Möglichkeiten seinen Abend zu verbringen ;)
Es ist ein Fitnessstudio auf dem Campus vorhanden, welches ebenfalls von vielen Studenten genutzt wurde. Um einen der Seen joggen war ebenfalls sehr beliebt.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Als Fazit kann man sagen, dass sich das Auslandssemester sehr gelohnt hat. Man hat eine andere Kultur kennen gelernt und sehr viel von Skandinavien gesehen :) Ich würde jedem Studenten dazu raten eines zu machen und Skandinavien ist dafür auch nicht die schlechteste Adresse.
Außerdem konnte man sein Englisch verbessern und ein Auslandsaufenthalt sieht natürlich auch nicht schlecht im Lebenslauf aus.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Ist noch nicht erfolgt, näheres später

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Ich würde Studenten die planen nach Växjö zu gehen raten, sich jetzt schon einmal auf der Vermittlungsplattform anzumelden. Mit mehr Punkten dort ist es deutlich einfacher eine Wohnung zu finden. Außerdem kostet es nix, sich dort anzumelden.
Des Weiteren gibt es einige Facebook Gruppen, die das Leben für Austauschstudenten deutlich erleichtern.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Da ich immer schon ein Fan vom Reisen war, nicht großartig. Eventuell wird ein weiterer Auslandsaufenthalt im Master geplant, aber das lässt sich natürlich erst sagen, wenn man sich für eine Uni/Hochschule entschieden hat und die dortigen Möglichkeiten kennt.

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