Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Niederlande

Allgemeine Daten

01.09.2016 - 27.01.2017
Niederlande
Groningen
Admiraal de Ruyterlaan 1001

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Hanze University

Fachrichtung des Betriebs

Marketing und Management

Studiengang

International Business Management

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Den Studienplatz habe ich mit Hilfe des TIP an der Hochschule Hannover gefunden. Die Damen im Büro sind bei allen fragen sehr hilfreich und engagiert.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Bei der Zimmersuche in Groningen habe ich auf die Hilfe des Housing Office verzichtet, da dies mit erheblichen Kosten verbunden ist. Man zahlt zunächst eine Vermittlergebühr von 300 Euro, die jedoch nicht garantiert, dass eine Unterkunft gefunden wird. Zusätzlich fallen noch einmal 300 Euro an, wenn ein Zimmer gefunden wird. Von einer herkömmlichen Wohnungssuche wurde ich verschon, da ein sehr guter Freund von mir bereits eine Unterkunft in Groningen hatte und einen neuen Mitbewohner suchte. Meine Unterkunft war ein festverankertes Hausboot welches wirklich gemütlich eingerichtet war. Das Hausboot lag nur 8 Minuten vom Stadtzentrum (Grote Markt) entfernt. Mit einem Studenten der Hanze University als Mitbewohner fiel der Einstieg in das Studentenleben einfach. Mein Mitbewohner half mir bei der Orientierung in Groningen sowie auf dem riesigen Campus der Universität. Da in Groningen ein massiver Wohnungsmangel herrscht, sollte man frühzeitig mit der Zimmersuche beginnen, denn die Nachfrage ist groß und das Angebot klein. Aus diesem Grund ist es wirklich schwer eine vernünftige bezahlbare Unterkunft zu finden.
Bei der Wohnungssuche können deshalb Gruppen auf Facebook nützlich sein. Oft handelt es sich auch um möblierte Zimmer, die für ein halbes Jahr von Studenten in den Niederlanden vermietet werden, die selbst ein Auslandssemester absolvieren.
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Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Was deutlich bemerkbar ist, dass Leben in den Niederlanden ist im Vergleich mit Deutschland teurer. Die Unterkünfte kosten je nach Lage und Wohnsituation zwischen 190€ (Student-House in dem man sich die Toilette/Bad sowie die Küche mit 20 Personen teil) und 700€ (Student-Hotel). Im Durchschnitt sollte man mit Mietkosten in Höhe von 500€ rechnen.
Ein weiterer großer Kostenfaktor ist die Verpflegung, welche ebenfalls um einiges teurer ausfällt. Insgesamt habe ich für das alltägliche Leben 800€ (inkl. Unterkunft) ausgegeben. Die Kosten steigen in Abhängigkeit der Freizeitaktivitäten. Ausflüge und Städtereisen sind mit Mehrkosten verbunden. Hier schafft aber ein günstiges Bahnticket, mit dem man nach Amsterdam, Den Haag etc. reisen kann Abhilfe

Unterkunft im Monat (ca.)

500€

Verpflegung im Monat (ca.)

250€

Freizeit im Monat (ca.)

150€

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Da ich meine Überweisungen usw. per Online-Banking durchführe brauchte ich kein Niederländisches Bankkonto. Was auffällig war, dass nahezu alles mit der EC-Karte bezahlt wird. Selbst das verschicken eines Briefes für wenige Cent wird mit der EC-Karte bezahlt. Ein wichtiger Schritt ist der, zum Arzt an der Hochschule, da die Ärzte in den Niederlanden nur tätig werden, wenn man einen ''Hausarzt'' in den Niederlanden hat. Hier hilft die Hanze University mit ihrem eigenen Arzt auf dem Campus.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

An der Partnerhochschule in Groningen studieren ca. 25.000 Studenten und es gibt über 80 Studiengänge. Die Hanzehogeschool Groningen- University of Applied Science ist eine berufsbezogene Hochschule im Norden der Niederlande.1 Die 80 Studiengänge sind in 19 „Schools“ unterteilt und auf mehreren Gebäuden verteilt. Ich selbst war in der International Business School untergebracht. Unsere Klasse umfasste bis zu 40 Studenten, wobei die Anzahl von Vorlesung zu Vorlesung variierte, da es auch Veranstaltungen speziell für die Austauschstudenten gab. In unserer Klasse waren wir ca. 14 Erasmus-Studenten aus Deutschland, Schweiz, Dänemark, Frankreich, England und Finnland.
Betreut wurden wir von Lennart Pruiksma aus dem Internationalen Büro, der uns auch am ersten Tag begrüßte, sowie von der Study Counsellor der International Business School Dorien Schoffelmeer.
Gleich am ersten Studientag bekamen wir eine ausführliche Einführung in das Studentenleben. Diese Einführung umfasste die Erläuterung des Stundenplans, einen Rundgang durch das Gebäude sowie die Anmeldung am Computer. Das Studienprogramm bestand aus zwei Blöcken. Der erste Block „International Marketing Research“ umfasste 5 Vorlesungen und 1 Projekt. Zusätzlich gab es die Möglichkeit, einen Sprachkurs in Niederländisch, Italienisch, Spanisch, Französisch oder auch English Support zu belegen. Das Projekt wurde durch eine Vorlesung ergänzt, somit konnte man das theoretisch gelernte sofort praktisch umsetzen. Dies war auch für die Durchführung des Projektes nötig.
Das Projekt wurde in einer Gruppe durchgeführt, wodurch man schnell Kontakt mit den niederländischen und internationalen Studenten aufnahm. Der zweite Block „International Sales 2“ besteht aus 7 Vorlesungen. Die Prüfungsleistungen variieren von Vorlesung zu Vorlesung.
Das Angebot an Arbeitsräumen und Computerplätzen ist unglaublich. Auf jeder Etage sind dutzende Möglichkeiten um zu arbeiten und zu drucken.
Um das Studium in den Niederlanden erfolgreich beenden zu können, sind mittlere Englischkenntnisse erforderlich, da die Vorlesungen und Prüfungen nur auf Englisch gehalten werden. Die Englischkenntnisse werden aufgrund der tagtäglichen Notwendigkeit aber sehr schnell verbessert, sodass auch Studenten mit mäßigem Englisch das Studium sehr gut schaffen. Es besteht auch die Möglichkeit, das Studium mit Hilfe eines zusätzlichen English Support Kurses abzuschließen.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Meine ersten Erfahrungen mit der niederländischen Arbeitskultur ist, dass sehr viel Wert auf selbstständiges Arbeiten sowie Eigeninitiative gelegt wird. Die Arbeitsanweisungen waren in einigen Vorlesungen nur sehr spartanisch und es wurde oft darauf hingewiesen, dass die benötigten Informationen im Onlineportal der Hochschule zur Verfügung stehen. Das Resultat ist, dass das Zuhörverhalten sehr hoch ist und die Vorlesungen nicht wie in Deutschland durch Studentengespräche gestört wird. Des Weiteren ist während der ganzen Vorlesung bei keinem der Studenten ein Handy zu sehen, da vor Beginn der Vorlesung der Professor/in die Anweisung gibt Mobiltelefone für die Vorlesungszeit in der Tasche verschwinden zu lassen.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner Freizeit habe ich mich mit meinen Studienkollegen getroffen. Wir sind zusammen nach Amsterdam gefahren und haben die Stadt erkundigt. Abends geht man in der Regel feiern. Hierzu trifft man sich vorher um vorzuglühen, da der Alkohol in Groningen relativ teuer ist.
Langweilig wird es in Groningen nie, da auch die Hanze University viele Freizeitmöglichkeiten bietet und viel für die Studenten organisiert.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Im Großen und Ganzen bin ich mit meinem Auslandsaufenthalt sehr zufrieden. Auch wenn dieser mit sehr viel Arbeit und Planung verbunden war. Ich habe sehr viel gelernt und konnte mein Englisch verbessern. Des Weiteren habe ich keine Hemmung mehr mich auf Englisch zu unterhalten und auf Studenten anderer Nationalitäten zuzugehen. Es war auch sehr interessant zu sehen, wie ein Studium außerhalb Deutschlands abläuft und wie unterschiedlich ein Studium sein kann.
Da ich mich im siebten Semester meines Studiums befinde und mein nächstes Semester bereits mit einem Praktikum und der anschließenden Bachelorarbeit geplant ist, hat das Auslandssemester keine Auswirkung auf mein weiteres Studium. Für meine berufliche Zukunft und persönliche Entwicklung hat es mir aber geholfen.
Es hat mir gezeigt, dass die Unterschiede zwischen Kulturen sehr groß sein können und ein geschickter Umgang mit diesen wichtig ist. Eine gewisse Toleranz ist hierbei sehr hilfreich.
Des Weiteren wurde mir klar, wie wichtig ein gutes Englisch ist und das ich später gerne im Ausland arbeiten möchte um meine Sprachkenntnisse zu erweitern.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Über die Anerkennung der Leistungen an der Hochschule Hannover kann ich leider nicht viel sagen, da ich mir das Auslandssemester als meine erste Praxisphase anrechnen lasse. Grundsätzlich ist es aber möglich sich die belegten Kurse anrechnen zu lassen, da sich die Inhalte der Vorlesungen ähneln und überschneiden.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Mein Tipp für Studenten, die ein Auslandssemester planen ist, sich frühzeitig um alles zu kümmern. Dies erspart euch sehr viel Stress. Besonderes Augenmerk solltet ihr auf euren Antrag eurer Auslandsförderung legen.
Ein Auslandssemester kann ich wirklich nur jedem empfehlen. Ihr werdet sehr viellernen und internationale Kontakte knüpfen. Neue Kontakte habe ich bereits am ersten Tag meines Auslandssemesters auf dem „Welcoming Day“ für die neuen Studenten gemacht. An diesem Tag begannen ca. 1000 junge Menschen ihr Studium an der Hanze. Mir war es wichtig, dass ich möglichst viele Kulturen kennenlerne um die kulturellen Unterschiede hautnah zu erleben. Ihr werdet eure Sprachkenntnisse deutlich verbessern, da Unterhaltungen grundsätzlich auf English stattfinden, da dies auch die Unterrichtssprache ist. Außerdem würden einzelne vom Gespräch ausgeschlossen, wenn Gespräche in der Muttersprache stattfinden würden.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Da ich mich im siebten Semester meines Studiums befinde und mein nächstes Semester bereits mit einem Praktikum und der anschließenden Bachelorarbeit geplant ist, hat das Auslandssemester keine Auswirkung auf mein weiteres Studium. Für meine berufliche Zukunft und persönliche Entwicklung hat es mir aber geholfen.
Es hat mir gezeigt, dass die Unterschiede zwischen Kulturen sehr groß sein können und ein geschickter Umgang mit diesen wichtig ist. Eine gewisse Toleranz ist hierbei sehr hilfreich.
Des Weiteren wurde mir klar, wie wichtig ein gutes Englisch ist und das ich später gerne im Ausland arbeiten möchte um meine Sprachkenntnisse zu erweitern

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