Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Spanien

Allgemeine Daten

05.02.2017 - 30.07.2017
Spanien
Zaragoza
Espoz y Mina 16, 3 Dr.

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Universidad de Zaragoza

Studiengang

Informationsmanagement

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Den Studienplatz habe ich über das ERASMUS Auswahlverfahren bekommen. Mir war relativ schnell klar, dass ich nach Spanien wollte. Das Land, die Leute und die Kultur haben mich interessiert. Außerdem wollte ich meine in der Schule erlernten Spanischkenntnisse vertiefen und erweitern. Madrid und Zaragoza wurden von meiner Fakultät als Patneruniversitäten angeboten und waren somit auch meine beiden Favoriten bei der Studienplatzwahl. Das Bewerbungsverfahren an sich war nicht besonders kompliziert. Man wurde vom International Office der Hochschule Hannover unterstützt und erhielt über die Plattform Mobility Online eine Checkliste mit Dingen die vor, während und nach dem Aufenthalt an der Patneruniversität zu erledigen waren. Wichtig ist, dass man sich vor Abreise mit den wichtigsten Terminen an der Patneruniversität vertraut macht. In meinem Fall war die komplette Website der Universidad de Zaragoza auf Spanisch, es gibt jedoch super nette Tutoren, die einem über die Websites von Studentenorganisationen zugeordnet werden können. An der Universidad de Zaragoza gibt es neben ESN auch noch die Organisation AEGEE, die ausländischen Studenten zur Seite stehen, Trips organisieren und einen durch das Semester begleiten. Mein Tutor hat mich vom Bahnhof in Zaragoza abgeholt, mir die Stadt gezeigt, den Campus und mir bei der Entscheidung für meine Kurse geholfen. Da die Studentenwohnheime in Spanien sehr teuer sind habe ich mich entschieden erst vor Ort eine Wohnung zu suchen. Über Websites und Facebook Gruppen kann man aber auch im Vorraus schon mit der Suche beginnen. Eine Auslandskrankenversicherung sollte man vor dem Aufenthalt abschließen, da die meisten Krankenkassen Unfälle im Ausland womöglich nicht immer und nicht zu 100 Prozent abdecken.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Da die Studentenwohnheime in Spanien sehr teuer sind habe ich mich entschieden erst vor Ort eine Wohnung zu suchen. Über Websites und Facebook Gruppen kann man aber auch im Vorraus schon mit der Suche beginnen. Hierfür eignen sich sowohl öffentliche Seiten, die sich je nach Land und Stadt unterscheiden können aber auch die Facebook Gruppen der Studentenorganisationen. ERASMUS Studenten aus dem vorherigen Semster bieten hier gerne ihre Zimmer an künftige ERASMUS Studenten an. Sollten noch Fragen und Zweifel zur Wohnungssuche vorhanden sein, stehen einem die Tutoren der Studentenorganisationen gerne zur Verfügung. Auch auf der Website der Universität gibt es Informationen zur Wohnungssuche.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Möchtest Du etwas zu den Versicherungen anmerken?

Ich habe keine Auslandskrankenversicherung abgeschlossen, da meine Krankenkasse in Deutschland Behandlungen übernimmt, die in ihrem Tarifrahmen liegen. Ich würde dennoch jedem empfehlen eine Auslandskrankenversicherung abzuschließen, da man nur so zu 100 Prozent abgesichert ist und keinen Eigenanteil an Behandlungen tragen muss, der je nach Land und Versicherung unterschiedlich hoch sein kann.

Wie lief es mit den Finanzen?

Finanziert habe ich mich in erster Linie über das ERASMUS Geld, Ersparnisse als auch über Auslandsbafög, welches aber mindestens 6 Monate vor Beginn der Auslandssemesters beantragt werden muss, um rechtzeitig ausgezahlt zu werden.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Da ich viel in Spanien gereist bin, habe ich monatlich mehr ausgegeben als ich in Deutschland ausgeben würde. Die Lebenshaltungskosten in Spanien sind generell niedriger als in Deutschland. Mit meinem Geld bin ich gut ausgekommen. Günstig reisen kann man mit den Bus- und Fluglinien ALSA und Ryanair. BlaBlaCar bietet sich als Altanative zu den Buslinien vorallem in der Hauptsaison im Sommer an. Wer nicht für Unterkünfte zahlen möchte, sollte Couchsurfing versuchen, was in meinem Fall in Spanien besonders gut geklappt hat. Spontan ein günstiges Hostel oder Airbnb zu finden war nie ein Problem.

Unterkunft im Monat (ca.)

225 €

Verpflegung im Monat (ca.)

100 €

Freizeit im Monat (ca.)

300

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Zu Semesterbeginn musste ich bei der Universität in Zaragoza direkt am ersten Tag meine Confirmation of Registration abholen. Wichtig ist, dass dies direkt am ersten Tag des Semesters geschieht. Kurse wählt man in den ersten 2 Wochen des Semesters in Absprache mit einem von der Fakultät zugeteilten Koordinator. Mein Koordinator war sehr hilfsbereit und hat mich die Kurse zum großen Teil frei wählen lassen. Wenn Kurse nur auf Spanisch angeboten wurden hat kann man sich bei den zuständigen Professoren erkundigen ob gegebenenfalls die Prüfungen auch auf Englisch angehalten werden können. An der Universidad de Zaragoza hat man in vielen Fächern die Möglichkeit zwischen mehreren kleineren Prüfungen während des Semesters (Referate, Klausuren, Essays) oder einer große Klausur am Ende des Semesters zu wählen. Generell bietet es sich an die kleinen Prüfungen zu wählen und im Notfall am Ende des Semesters an der großen Prüfung teilzunehmen, falls man eine der kleineren Prüfungen nicht bestanden hat. Referate müssen oft, trotz der Möglichkeit die Prüfung auch auf Englisch zu schreiben, auf Spanisch gehalten werden. Da ich im Sommersemester und damit in der zweiten Hälfte des akademischen Jahres an die Universidad de Zaragoza gekommen bin, gab es spezielle in meinem Studiengang viele komplizierte Aufbaukurse, die nur auf Spanisch abgehalten werden konnten. Ich konnte aber ohne Probleme und dank der Hilfe meines Koordinators schnell alternative Kurse aus ähnlichen Studiengängen finden. In den ersten zwei Wochen besuchte ich viele verschiedene Vorlesungen und entschied mich letztendlich für 4 Kurse, zwei auf Spanisch und zwei auf Englisch. Organisatorisches lief während des Semesters über die Plattform Moodle ab, zu der man bei der Registrierung an der Universität und nach abgeschlossener Kuswahl Zugang erhält. Bei Fragen standen einem die Professoren immer gerne zur Seite. Unterrichtet wurde in kleinen Klassen.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Die Universidad de Zaragoza ist zentral in der Stadt gelegen. Es gibt einen großen Campus, und einige wenige kleinere, die etwas abgelegener sind. Ich habe mich während des Semesters nur am Hauptcampus aufgehalten. Die Gebäude sind je nach Fakultät sehr unterschiedlich modern. Der Campus ist mit der Bahn (kostet 70 Cent pro Fahrt) oder dem Rad von überall in der Stadt gut zu erreichen. Die Universität bietet auch ein großes Sportangebot über das man sich bei Bedarf über die Website oder den Koordinator informieren kann. Mensaangebote wie wir sie in Deutrschland kennen sind nicht vorhanden. Es gibt einen Universitätsinternen Druckservice und öffentliche Räume, in denen gelernt werden kann.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Da die Kurse in kleinen Gruppen abgehalten werden, ist Beteiligung oft gewünscht und teilweise auch ein Muss. Es gibt während der Vorlesung oft kleine Mitmachübungen, die dann direkt im Anschluss diskutiert und verglichen werden. Referate und Präsentationen sind sehr beliebt an der Universidad de Zaragoza. Sich in Gruppen zusammen zu finden war nicht schwer und sowohl die einheimischen, als auch die ausländischen Studenten waren zuverlässig und fleißig. Mir haben die Gruppenarbeiten sehr viel Spaß gemacht. Ein Unterschied zwischen internationalen und einheimischen Studenten wurde
nicht gemacht.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Da ich in einer WG mit ERASMUS Studenten und einem Spanier gelebt habe, hatte ich anfangs oft eher Kontakt zu den ERASMUS Studenten. Da ich die Sprache nicht beherrscht habe, war die Verständigung mit einigen Spaniern oft schwer, Englisch wird hier kaum gesprochen. Man findet sich aber schnell ein und auch die Verständigung auf Spanisch klappte schnell sehr gut. Es gab viele Studenten aus Frankreich und Italien, die statt Englisch immer lieber Spanisch gesprochen haben. Die Sprache zu lernen ist also ein Muss. Auch die einheimischen Studenten haben sich weitgehend nur auf Spanisch mit mir verständigt.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner Freizeit habe ich viele Ausflüge gemacht. Sowohl privat mit Freunden, als auch über die Studentenorganisationen oder mit meinen Mitbewohnern. Wer mit Auto nach Spanien kommen kann, sollte dies tun. Gerade um Zaragoza gibt es viele schöne kleine Orte, Parks und natürliche Quellen, die besser mit dem Auto als mit dem Bus erreicht werden könne. Alternativ ist es in Spanien auch sehr günstig sich ein Auto für einen Tag zu leihen. In meiner WG wurde viel und gerne gekocht, gefeiert und zusammen gespielt. An heißen Tagen ging es immer in die Parks Zaragozas oder in die öffentlichen Schwimmbäder. Wir haben uns oft in Gruppen zum Tapas essen organisiert. Wöchentlich gabe es einen Tag an dem Tapas und Bier zusammen für zwei Euro zu bekommen waren. Die Studentenorganisation ESN hat wöchentlich einen Plan mit Aktivitäten für jeden Tag erstellt, an denen ich oft und gerne teilgenommen habe. Auch Sprachtandems in großen Gruppen wurden angeboten.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Verliebt habe ich mich in die entspannte spanische Lebensweise. Ich könnte mir vorstellen später mal nach Spanien zu ziehen. Ich habe viele Freunde fürs Leben getroffen, die sicher mein größter Gewinn aus dieser Zeit sind. Die vielen internationalen Kontakte und der freundliche, lässige und respektvolle Umgang miteinander haben mein Leben in vielen Aspekten bereichert. Das Auslandssemster war eine meiner schönsten Erfahrungen im Leben und ich möchte es nicht missen müssen. Ich kann jedem nur empfehlen die Chance zu nutzen und sich in eine neue Umgebung zu wagen. Man kann nur gewinnen.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Die Kurswahl wurde zu Beginn des Semsters mit den Koordiantoren der beiden Unis abgestimmt. Zum Ende des Semseters musste dann das Transcript of Records an der Unidersidad de Zaragoza abgeholt werden und an die heimische Universität geschickt werden. Da ich mein Auslandssemester während der Praxsisphase gemacht habe, war die Anerkennung kein Problem.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Besucht am besten einen Spanischkurs bevor ihr euch an die Universidad de Zaragoza aufmacht, da Englisch hier kaum gesprochen wird. Seid bereit und offen der Sprache und Kultur gegenüber, dann sollte eigentlich nichts schiefgehen. Habt keine Angst, ihr steht nicht alleine da. Alle ausländischen Studenten sind in der gleichen Situation wie ihr. Und fragt nach Hilfe, wenn ihr welche braucht. Ich habe hier nur hilfsbereite und nette Menschen getroffen.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Ich werde auf jeden Fall bei der nächsten Möglichkeit wieder ein Auslandssemester machen und sicher auch meinen Master im Ausland machen.

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Spanien

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