Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Portugal

Allgemeine Daten

26.02.2017 - 12.07.2017
Portugal
Lissabon
Rua Bernadim Ribeiro 15

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

ISCEM School of Business Communication

Fachrichtung des Betriebs

Kommunikation

Studiengang

Business Communication

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Ursprünglich hatte ich mich für Madrid beworben und erhielt dort jedoch eine Absage. Im Zweiten Versuch vermittelte mich das International Office an eine Universität in Paris, was jedoch an meinen ungenügenden Sprachkenntnissen scheiterte. Also habe ich noch einmal zum Hörer gegriffen und bekam Vorschläge, die mich nicht wirklich gereizt haben. Als ich schon aufgegeben hatte, fiel im letzten Satz des Telefonates die Stadt Lissabon. Ich sagte ohne eine Sekunde zu zögern zu und das International Office regelte alles weitere problemlos.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Wohnungssuche in Lissabon gestaltet sich wirklich schwierig. Die meisten Wohnungen werden von Uniplaces vermittelt, was überteuerte Preise einen Mangel an Perspektiven nach sich zieht. Entweder man fängt früh mit der Suche an, um ein nicht zu überteuertes Zimmer zu bekommen, oder man sucht direkt vor Ort. Es gibt außerdem noch einige kleinere Organisationen, welche man zum Beispiel auf Facebook findet, von denen würde ich euch aber abraten. Ich hatte 2 Wochen vor meiner Abreise über solch eine Organisation ein Zimmer gebucht (Erasmus Housing Lisbon). Als ich in dem Apartment mitten in der Nacht ankam fand ich eine Wohnung vor, in der es überall schimmelte, stank und sogar Moos aus meinem Boden wuchs. Da ich mitten in der Nacht in einer fremden Stadt nirgends hin konnte, musste ich für eine Nacht bleiben. Die Kaution musste ich schon vor meiner Anreise bezahlen (350 Euro). welche ich nicht wiederbekommen habe. Also bin ich an meinem ersten Morgen in Lissabon mit all meinem Gepäck losgezogen, in meinem Apartment zu bleiben war keine Option. Auf dem Weg in die Stadt bekam ich einen Anruf von einem Freund meines Bruders, er hatte erfahren, dass ich jetzt mein Auslandssemester hier beginne und war zufällig mit Freunden im Urlaub in Lissabon. Er nahm mich mit auf eine Stadtführung. Ich war ziemlich fertig mit den Nerven und hatte die Idee den Tourguide zu fragen, ob er nicht jemanden kennt, der noch einen Mitbewohner sucht. Und tatsächlich, sie gab mir eine Nummer von einer ihrer Freundinnen, welche auch in Lissabon studiert. Ich rief an und traf mich noch am selben Tag mit ihr, um mir das Zimmer anzuschauen. Es befand sich zentral am Marques de Pombal, war sauber, renoviert und Teil eines wunderschönen Apartments. Der Preis lag bei 250 Euro im Monat (warm), was nahzu unschlagbar ist, weil die meisten meiner Kommilitonen 350-500 zahlten. Ich habe sofort zugesagt und hatte eine wunderschöne Unterkunft für mein Auslandssemester.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Wie lief es mit den Finanzen?

Vor meiner Abreise musste ich über das mobility online Portal alle notwendigen Unterlagen hochladen, das geht problemlos und sehr einfach. Nachdem ich die Checkliste abgearbeitet hatte wurde die Überweisung des Erasmus Stipendiums angewiesen (1450 Euro). Außerdem empfehle ich jedem den GoOut Zuschuss zu beantragen (500 Euro),dieser kann ganz einfach beantragt werden, der Antrag muss aber spätestens einen Monat vor Abreise vorliegen. Außerdem erhielt ich in dieser Zeit weiterhin BaföG und Kindergeld und hatte mir noch ein kleines Polster an Ersparnissen zugelegt.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Alles in allem kann man sagen, dass das Leben in Lissabon sehr günstig ist. Die meisten Sachen im Supermarkt sind günstiger, auch wenn man feiern geht bezahlt man viel weniger als in Deutschland. Einen großen Cappucino bekommt man bei den meisten Bäckereien für einen Euro, ein halber Liter Bier im Barviertel Bairro Alto kostet 1,10 Euro. Auch das "Zugfahren ist in Portugal sehr günstig, sodass man zum Beispiel für 18 Euro spontan an die Algarve fahren kann. Was sehr teuer ist, sind Hygieneprodukte, also sollte man davon genügend an Vorrat mitbringen. Auch Schokolade und Dinge wie Nutella sind nicht so günstg zu haben wie in Deutschland.

Unterkunft im Monat (ca.)

250

Verpflegung im Monat (ca.)

250

Freizeit im Monat (ca.)

100

Sonstiges

150

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Ein Bankkonto habe ich in Portugal nicht eröffnet. Ich hatte schon vorher eine Kreditkarte der DKB, welche im ersten Jahr gebührenfrei ist und es erlaubt überall auf der Welt bei jeder Bank kostenlos Bargeld abzuheben, ab einem Wert von 50 Euro. Mit der normalen Girokarte kann man in allen Läden, die Kartenzahlung anbieten, gebührenfrei bezahlen. Mein Handyvertrag bei Vodafone beinhaltete von Anfang an, dass ich meinen Vertrag in Portugal genauso nutzen kann wie in Deutschland, was super funktionert hat. Aber das hat sich mit der neuen Regelung zum europaweiten kostenlosten Roaming sowieso erledigt.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Meine Hochschule war die School of Business Communication (ISCEM). Es ist eine private Hochschule, welche ihren Sitz in einer alten Villa im Zentrum von Lissabon hat. Die Uni ist dementsprechend sehr klein, aber auch familär. wodurch Probleme einfach zu klären waren.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Vor dem Beginn des Semester konnten wir uns Kurse aus 6 Semstern und 2 unterschiedlichen Studiengängen aussuchen. Nach der Ankunft wurden uns die Stundenpläne gegeben und ich konnte einige Fächer ändern und ersetzen. Meine Uniwoche bestand aus 3 Tagen, nach Mittwoch hatte ich immer Wochenende.
Ich hatte Kurse wie Consumer Behavior, Intercultural Communication oder Digital Marketing. Die meisten Dozenten hatten ein sehr schwer verständliches Englisch, weshalb ich nicht soviel aus den Seminaren mitnehmen konnte. Außerdem gab es 2 Varianten, wie man benotet wird. Die erste Variante ist die Continious, man muss 75 Prozent des Seminares im Semesters anwesend sein und legt Zwischenprüfungen ab oder arbeitet an Projekten. Die 2. Variante nennt sich Frequenzy, hier muss man nicht zu den Seminaren gehen und lediglich die Abschlussprüfung bestehen, die dann aber mehr Stoff beinhaltet.
Alles in allem war die Hochschule nicht gut organisiert und viele Dinge wurden vergessen zu kommunizieren oder man wurde auch oft vertröstet.
Ich würde auch jedem zu der 2. Variante raten, da die Abschlussprüfungen nicht schwer sind und man sonst unzähligen Referaten, Präsentationen und schlaflosen Nächten gegeißelt wird.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Wir wurden in separaten Erasmus Klassen unterrichtet, weshalb wir nur wenig Kontakt zu den portugiesischen Studenten hatten.
Ansonsten kann man sagen, dass die Portugiesen sehr herzlich und freundlich sind und alles etwas gemütlicher und entspannter abläuft. Am Anfang ist das etwas stressig und manchmal nervig, aber man gewöhnt sich schnell daran und wird selbst viel entspannter.
In meiner Umgebung gab es viele Kioske mit deren Besitzern ich mich mit der Zeit angefreundet habe. So hat man sich auch mal abends vor dem Kiosk getroffen und gemeinsam auf den Feierabend angestoßen.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner Freizeit war ich viel unterwegs, vor allen an den schönen Stränden um Lissabon, wie Cascais, Estoril, Carcavelos oder Costa da Caparica. Auch die Algarve ist schnell und günstig zu erreichen, genau wie die Inseln der Azoren oder Madeira.
Vor allem das Umland um Lissabon ist immer einen Ausflug wert.
Das Nachtleben in Lissabon ist unglaublich.
Es gibt einige gute Clubs, wie das K Urban Beach oder das Lux. Zu empfehlen ist auch die sogenannte Pink Street, auf der sich unglaublich viele Clubs und Bars aneinandereihen und wo die Straßen unter der Woche, vor allem aber am Wochenende von Menschenmassen gefüllt sind.
Am meisten aber hat es mir das sogenannte Bairro Alto angetan. Dieses Viertel ist das Herz des Nachtlebens in Lissabon und ist bekannt von seinen unzähligen Bars, die die kleinen Gassen füllen.
Am Tag ist es unscheinbar, aber in der Nacht wandelt es sich in ein buntes, lautes und lebensfrohes Viertel.
Das Leben findet allgemein in Portugal mehr auf der Straße statt.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Als Fazit kann ich sagen, dass Lissabon die bisher beste Entscheidung war, die ich getroffen habe. Ich habe unzählige Menschen aus den verschiedensten Ländern kennengelernt, gefeiert, gelacht und ein Semester wirklich die Freiheit, zu tun wonach mir ist, genossen.
Die Stadt und ihre Menschen, aber auch Portugal allgemein, hat soviel zu bieten an Lebensfreude und Herzlichkeit.
Vorher fühlte ich mich aufgrund des Studiums und einiger Nebenjobs ausgelaugt und müde. In Portugal konnte ich wieder Kraft tanken für die anstehenden 2 letzten Semester in Hannover.
Lissabon versprüht ein unbeschreibliches Flair, mit den Hügeln, seiner alten Architektur, der Sonne und dem Meer.
Alles in allem gibt einem die Stadt unfassbar viel, oft reichen eine Flasche Wein und ein Essen am Strand schon aus, um den Tag perfekt zu machen.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Das Auslandssemester fand im Rahmen der Praxisphase statt, weshalb ich keine Probleme mit der Anerkennung der Leistungen habe.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Am besten ist es wirklich früh mit der Planung anzufangen. Ich selbst habe zu spät damit begonnen und deshalb Probleme gehabt, die mir sonst erspart geblieben wären. Ansonsten kann ich euch nur ans Herz legen nach Lissabon zu gehen, ihr werdet es garantiert nicht bereuen.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Das Auslandssemester hat mich nochmehr darin bestätigt, dass ich später gern im Ausland arbeiten und leben möchte.

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