Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Frankreich

Allgemeine Daten

01.10.2017 - 29.02.2018
Frankreich
Paris
Avenue de Choisy

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs

Studiengang

Photo / Video

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Die Suche nach meinem Studium im Ausland hat sich als einfach herausgestellt. Nach einem Praktikum in Paris, wollte ich meine kulturelle Erfahrung in Frankreich weiterhin vertiefen und das mit einem Studium im Bereich der Fotografie verknüpfen. Ich hatte mich nach einer Partneruniversität in Paris umgeschaut und wurde mit der École Nationale Supérieure des Arts Décoratifs direkt erfolgreich fündig.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

In Paris ist die Wohnungslage sehr prekär und vor allem für junge Menschen nicht leicht. Die Preise sind sehr hoch und somit die bezahlbaren Wohnungen sehr rar. In Frankreich, vor allem in Paris, sind Wohngemeinschaften aufgrund der kleinen Wohnungen selten zu finden. Meist findet man ein "Studio", das aus einem Zimmer inkl. Küchenzeile besteht. Im Hinterhaus und unter dem Dach gelegen, bietet das einen kleinen, aber netten Wohnraum innerhalb der Stadt. Das waren zu meiner Zeit des Praktikums die bevorzugten Wohnungen, die ich bezahlbar finden konnte. Über Anbieter wie Leboncoin.fr kann man eine solche Unterkunft finden. Für das halbe Jahr während meines Auslandssemesters, konnte ich bei Freunden unterkommen, die ich während meines Praktikums kennengelernt habe.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Wie lief es mit den Finanzen?

Es hängt alles von der Summe der Unterkunft ab. Da diese in Paris meist überdurchschnittlich hoch ist, wird somit auch die finanzielle Lage während des Aufenthaltes nicht leicht, aber mit dem Stipendium machbar. Die Lebenserhaltungkosten sind hier sehr hoch, aber sobald man eine Wohnung mit vergleichbaren Kosten wie in Deutschland finden kann, ist die Zeit mit dem Stipendium gut gedeckt. Das wichtigste ist eine pünktliche Zahlung des Stipendiums, das einen nahtlosen Start ermöglicht. Trotz des Stipendiums war es in Paris aber trotzdem unabdingbar, mit Ersparnissen oder Unterstützung der Eltern finanzielle Durststrecken zu überbrücken.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Vergleichsweise hoch. Die Miete ist im Vergleich zur Größe und Lage des Wohnraums sehr hoch. Das tägliche Leben in Paris kann man mit überschaubaren Kosten wie z.B. in Berlin oder Hamburg nicht vergleichen. Dinge wie Ausgehen, Essen gehen, oder sei es nur eine Cola in einem Café sind einfach teurer, als in den meisten Städten Europas. Dafür sind auf Märkten und in den Supermärkten, die Lebensmittelpreise sind merklich teurer, als in Deutschland. Somit kann man sich mit einer bezahlbaren Unterkunft und einem sparsamen Leben, trotzdem eine sehr angenehme Zeit in Paris machen. Einige Dinge sind sehr viel teurer, wohingegen bei anderen Dingen moderate und zumeist normale Preise anfallen.

Unterkunft im Monat (ca.)

500

Verpflegung im Monat (ca.)

150

Freizeit im Monat (ca.)

150

Sonstiges

50

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Dieses habe ich weitestgehend über deutsche Anbieter und Institutionen geregelt. Meine Bank in Deutschland, die Berliner Sparkasse, bietet eine Kreditkarte an, bei der man im europäischen Ausland umsonst bei allen Automaten abheben kann. Es ist zumeist ein recht aufwändiger Prozess bei einer französischen Bank, als nicht Franzose, oder zumindest ohne festen Wohnsitz, eine Bankkonto zu eröffnen. Temporär wird das mit einem ausgefüllten Schreiben des Vermieters gehen, aber die Lage ist genauso absurd wie in Deutschland: Ohne Bank keine Wohnung und ohne Wohnung keine Bank. Bei dem Telefonanbieter wird es dann aber umso einfacher. Über den Anbieter "FREE" bekommt man schnell ein simpel eine Karte und Nummer zugewiesen, man kann zwischen zwei fairen Verträgen auswählen und jeder Zeit kündigen. Falls eine französische Nummer nötig ist ein sehr zu empfehlendes Verfahren.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Die Hochschule, die ich besucht habe, war eine Kunsthochschule im übergreifenden Sinne. Bedeutet die verschiedenen Fachbereiche arbeiten untereinander eng zusammen, man besucht zu Beginn des dortigen Studiums ein "Studium generale" und entscheidet sind nach zwei Semestern für einen Fachbereich. Somit unterscheidet sich die ENSAD von den anderen großen Kunsthochschulen in Paris. Mein Fachbereich bezeichnete sich "Photo/Video". Wie auch an meiner Hochschule in Hannover gibt es auch dort die verschiedenen Designbereiche wie Mode, visuelle Kommunikation etc. Jeder Bereiche hat seine eigene Etage und die Werkräume können nach Absprache von allen Studenten benutzt werden, was ich auch vorher in dem Umfang nicht kannte. Der Ruf der Uni ist ein sehr renommierter und sie gehört zu den besten Kunsthochschulen Frankreichs.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Die Kursschwerpunkte kann man auf drei verschiedene Bereiche unterteilen. Zum Einen den eigenen Fachbereich, in dem die dort tätigen Professoren mit Gastkünstlern zusammen die Hauptfächer im Bereich Foto und Video leiten. Das ist eine sehr spannende Abwechslung und Auseinandersetzung, da auch die externen Künstler über Workshops einen intensiven Input mitbringen. Der zweite Teil ist ein Schwerpunkt auf einige theoretische Veranstaltungen im Laufe des Semesters. Diese bewegen sich zwischen Fotografie und Video über Kunsthistorische und Geisteswissenschaftliche Themengebiete. Ein letzter Teil der dortigen Tätigkeiten kann in Wahlkursen stattfinden. Diese sogenannten "Studios" sind Fachbereichsübergreifend und sind ganz frei nach Interesse und Nachfrage zu belegen. Alle Kurse sind in französischer Sprache.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Mein persönlicher Kontakt zu den Kommilitonen war immer sehr angenehm und einladend. Ich hatte mir durch das vorherige Praktikum eine gute Basis französischer Sprachkenntnis aneignen können, was den Kontakt sehr vereinfachte. In Frankreich und sogar noch in Paris, sprechen viele Jugendliche kein gutes bis gar kein Englisch, was den ersten Kontakt im Ausland schwierig gestaltet. Eine gute Basis Französisch vereinfacht somit vieles. Da in dem Semester des Austausches von der dortigen Uni ebenso viele aus Auslandssemester absolvieren, sind die Klassen in meinem Jahrgang sehr dünn gewesen und von vielen Studenten aus dem Ausland besetzt. Das ermöglichte einen angenehmen und ausgewogenen Kontakt zwischen allen Studenten und man hatte einen internationalen Kern, mit dem ich mich persönlich viel ausgetauscht habe in meinem Fachbereich. Auch durch den angebotenen Sprachkurs lernte ich viele Mitstudenten aus anderen Ländern kennen.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner Freizeit habe ich mich weiterhin viel mit dem kulturellen Programm Paris auseinandergesetzt. Ich habe eine Vielzahl von Museen besucht, bin viel ins Kino gegangen, um auch durch französische Filme, die Sprache weiter zu lernen und habe viel Fotografiert, um die Stadt kennenzulernen. Paris ist eine sehr schöne Spaziergängerstadt, in der man nur wenig die Metro benutzen muss, um vieles an Sehenswürdigkeiten besuchen zu können. Die Universität liegt in einem schönen und jugendlichen Viertel, in dem man auch nach den Kursen mit Kommilitonen ausgehen oder ins Kino gehen konnte.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Als Fazit kann ich persönlich sagen, dass ich einen Austausch nach Paris an eine der Unis unter gewissen Umständen auf jeden Fall sehr empfehlen kann. Paris ist eine wunderbar spannende Stadt, in der man ganz unterschiedliche Ecken und Viertel entdecken kann, die nicht nur dem typischen Bild der Stadt entsprechen. Findet man eine bezahlbare Wohnung, oder ein Zimmer, entlastet sich die finanzielle Situation ungemein und das halbe Jahr wird nicht so sehr zu einem Kampf um jeden Euro. Ich habe weiterhin die Erfahrung gemacht, dass auch eine französische Sprachgrundkenntnis des Aufenthalt stark beeinflusst, weil der Kontakt zu den Studenten damit viel einfacher ist, denn Englisch ist trotzdem noch nicht überall einfach anzuwenden.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Die Anerkennung meiner Kurse klappe einwandfrei. Ich konnte im angenehmen Austausch mit meinem Fachbereich schon während des Aufenthaltes klären, welche Kurse ich mir anrechnen lassen kann. Auch wenn sich immer wieder Kurse und Angebote geändert haben und lange Zeit nicht fest stand, wie viele Credits oder Punkte für die jeweiligen Kurse anzurechnen waren.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Ich denke besonders für Paris, egal an welcher Uni man sich bewirbt, sollt ein Aufenthalt besonders gut und lange im Voraus geplant sein. Das sollte mit der Unterkunft anfangen, die über alle Ecken gesucht werden kann. Falls man keine Möglichkeit hat, während des Studiums in Paris zu arbeiten, sollte man auch über finanzielle Polster nachdenken und wie man sich mit dem Stipendium zusammen einen Aufenthalt ermöglichen kann. Zu guter Letzt kann ich nur eine gute Grundlage des Französischen empfehlen, da ich zumeist erlebt habe, dass sonst ein Zugang zu den Pariser Studenten nicht sehr leicht ist. Auch in der Stadt selber ist es immer wieder von Vorteil.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Die Zeit des Aufenthaltes hat mich sehr geprägt, sodass ich darüber nachdenke, nach meinem abgeschlossenen Studium wieder nach Frankreich bzw. Paris zurückzukehren. Ich habe mich sehr viel mit der französischen Kultur und Sprache auseinandergesetzt und kann nur sagen, dass mir eine gewissen Zeit im Ausland für die persönliche Entwicklung sehr gut getan hat und ich das gerne weiter vertiefen würde. Demnach bin ich sehr glücklich, dieses Austauschprogramm mitgemacht zu haben und man kann davon nur profitieren. Ein Austausch ermöglicht einem ein anderes Sehen auf die dortige und auch auf die eigene Kultur, was ein sehr großes Geschenk in unserer heutigen Zeit sein kann.

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