Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Russische Föderation

Allgemeine Daten

30.08.2017 - 31.01.2018
Russische Föderation
Hannover
Beekestraße 60

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

MPEI Moskau

Fachrichtung des Betriebs

technische Studiengänge

Studiengang

Elektrotechnik

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Die Studienplatzsuche gestaltete sich insgesamt als machbar wenn man in den gesetzten Fristen blieb und alles sofort erledigte. Auch die Kontaktaufnahme mit der Uni in Russland (in Englisch möglich) war ebenfalls gut. Man muss aber sagen, dass es doch viel Aufwand bedeutet alle Unterschriften zu sammeln und alle Dokumente anzufertigen. Auf Russisch gab es bei uns zum Beispiel keine fertigen Übersetzungen für etwa Leistungsübersichten.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Das Studentenwohnheim in Russland war ein Block in typisch sozialistischer Architektur der 70er Jahre. Ich habe mir ein Zimmer mit 2 anderen geteilt und die kleine Toilette und das Bad haben wir zu viert genutzt. Das Bett verfügte über keine Matratze, sondern nur über Stoffmatten. Da gewöhnt man sich aber auch dran. Man sollte an dieser Stelle erwähnen, dass man an ein russisches Studentenwohnheim von der Ausstattung und Sauberkeit keinen deutschen Standard anlegen kann. Wer nach Russland fährt und im Studentenwohnheim leben will, der muss definitiv Abstriche in Kauf nehmen.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Möchtest Du etwas zu den Versicherungen anmerken?

Die Auslandskrankenversicherung ist für den Erhalt des Visums in Russland Pflicht. Da kommt man also nicht vorbei.

Wie lief es mit den Finanzen?

Da noch kein Kooperationsvertrag bestand musste ich die Studiengebühren von etwa 1800€ selbst tragen, was das Stipendium quasi sofort verschlang. Als dualer Student mit regelmäßigem Einkommen hatte ich aber ansonsten keine Probleme.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Das Wohnheim gibt es fast geschenkt und Lebensmittel in Moskau sind preislich etwa auf deutschem Niveau. Dienstleistungen sind oft günstiger als in Deutschland.

Unterkunft im Monat (ca.)

60€

Verpflegung im Monat (ca.)

150€

Freizeit im Monat (ca.)

200€

Sonstiges

200€

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Anfangs gab es viele Gänge zu diversen Büros und Verwaltungen um sich um das Wohnheim, die Registrierung, die Studiengebühren oder um die Auswahl der Kurse zu kümmern. Es wird sich aber gut um einen gekümmert, da die Uni dir einen Guide an die Seite stellt, der dir bei Fragen zur Seite steht.
Letztendlich kann alles in der Uni selbst erledigt werden - so auch die Visumsverlängerung.
Bevor dann alles erledigt ist, geht aber doch einiges an Zeit ins Land.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Das Hauptgebäude an sich ist sehr prunkvoll mit großen weißen Säulen, Marmor, einem großen Kronleuchter und der obligatorischen Leninstatue.
Die Uni an sich verfügt sowohl über neue Räume welche auf dem Stand der Technik sind, sowie auch über Räume die mal eine Renovierung nötig hätten. Die Computerräume waren gut ausgestattet. Die Ausstattung im Labor ist älter, aber voll funktionsfähig - von daher passt alles.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Ich habe Vorlesungen und Übungen auf Russischer und Englischer Sprache besucht. Diese Kombination hat mir sehr gut gefallen.
Die Vorlesungen und Labore auf englisch waren sehr einfach und schwach besucht, sichere Credits mit einer sehr guten Noten am Ende wenn man sich nicht ganz blöd anstellt.
Auf Russisch habe ich in den Vorlesungen nicht so ganz viel verstanden, weil mein Russisch nicht ausreichend gut war und die Dozenten sehr schnell sprechen und viel diktieren. Für mich bedeutete dies also einen erheblichen Mehraufwand die Vorlesung nachzubereiten und natürlich musste das Fachvokabular gelernt werden um am Ende die Prüfung zu bestehen.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Als ausländischer Student hat man immer einen guten Gesprächseinstieg und ist auch schnell mit dabei.
Man lernt dann schnell über die Studiengruppe, die Nachbarn im Wohnheim oder durch die Guides neue Leute kennen und die Sache wird ein Selbstläufer.
Über zu wenig Gesellschaft konnte ich mich zu keinem Zeitpunkt beschweren.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

Ich habe viel Zeit damit verbracht mir die Stadt anzusehen. Also diverse Sehenswürdigkeiten, Galerien, Museen, Parks. Aber auch Bars und das Nachtleben standen auf dem Programm, sowie eine Brauereibesichtigung. Außerdem habe ich zwei Reisen unternommen. Einmal bin ich für 3 Tage nach St. Petersburg geflogen und für ein Wochenende nach Vladimir und Susdal.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Zusammenfassend bin ich froh rechtzeitig die Entscheidung getroffen zu haben ein Auslandssemester zu machen. Jedoch waren 2 Jahre Russisch zur Vorbereitung doch relativ wenig, sodass die Sprache nicht wirklich flüssig von der Zunge ging. Was das Studium und die Freizeitaktivitäten anging kann ich mich nicht beschweren. Besonders schön war für mich das Leben in einer typisch russischen Familie kennen zu lernen und beim russischen Weihnachtsfest dabei sein zu dürfen.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Die Anerkennung ging problemlos, immerhin hatten wir zuvor alles über ein Learning Agreement abgeklärt. Nach einer Wartezeit von anderthalb Monaten standen die Noten dann im Verzeichnis und das Stipendium wurde als erfolgreich abgeschlossen verbucht.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Man sollte rechtzeitig und auch mit viel Fleiß und Begeisterung für die Sprache dabei sein, denn wer denkt sich auf Englisch schon irgendwie durchschummeln zu können der liegt falsch. Ansonsten sollte man sich rechtzeitig bewerben und auch jemanden an der Hand haben der russisch spricht oder mit dem man üben kann. Meine Sprachkurse im Language Center haben wir auch weiter geholfen, auch wenn das bei weitem nicht genügt. Achja und die russische Küche hat auch ein paar leckere Sachen parat, da sollte man sich mal durchprobieren.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Beruflich werde ich meine erworbenen Sprachkenntnisse wahrscheinlich nicht anwenden können.
Aber der Aufenthalt hat auf jeden Fall Lust auf mehr gemacht und sicher werde ich Mütterchen Russland nochmal einen Besuch abstatten.

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