Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Frankreich

Allgemeine Daten

04.09.2017 - 31.01.2018
Frankreich
Paris

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

ISCOM Paris

Studiengang

International Global Communications

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Mit der Studienplatzsuche hatte ich glücklicherweise ziemliches Glück. Die Partnerschaft zur ISCOM wurde im letzten Jahr neu aufgebaut und wurde mir dann von Frau Blümel empfohlen. Das Einzige, was ein wenig stressig war, war, dass ich erst im Juli die feste Zusage bekommen habe und bis dahin die ganze Zeit nicht so recht wusste, ob ich tatsächlich einen Platz bekommen würde.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Zimmersuche war ziemlich anstrengend. Viele verstanden mich wegen meiner mangelnden Französisch-Kenntnisse überhaupt nicht oder luden mich zu Wohnungsbesichtigungen ein, die ich natürlich nicht wahrnehmen konnte von Deutschland aus. Letztendlich hab ich mit viel Glück über Facebook Kontakte eine Woche vor Abfahrt mein Zimmer gefunden. Was man auf jeden Fall bedenken sollte, wenn man nach Paris geht, ist, dass Wohnungen zum einen sehr teuer sind und die meisten auch sehr klein sind. Ich hatte beispielsweise eine super Lage (in der Nähe von Notre Dame), aber dafür nur 9qm und habe im 7. Stock ohne Aufzug gewohnt. Von solchen Zimmern gibt es viele in Paris, aber letztendlich hält man sich dort sowieso nicht so viel auf, weswegen es schon in Ordnung geht für ein paar Monate.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Wie lief es mit den Finanzen?

Frankreich ist vor allem eins: teuer. Ich hatte mich im Vorfeld bereits erkundigt, wie viel man ungefähr an Lebenshaltungskosten hat in Frankreich und es ist doch weitaus mehr, als hier in Deutschland. Ich hatte BAföG beantragt, jedoch wurden mir letztendlich nur 90€ pro Monat ausgezahlt, was bei Lebenshaltungkosten von etwa 1000€ pro Monat ein ziemlicher Witz ist. Letztendlich musste ich dann noch mitten im Semester einen KfW Studienkredit aufnehmen, da das Geld zur Neige ging und ich anders die restlichen Monate nicht mehr hätte finanzieren können. Dadurch, dass ich erst so spät die Zusage bekommen habe für den Platz in Paris, hatte ich mich leider nicht rechtzeitig um alle finanziellen Dinge gekümmert. Ich kann nur jedem raten, das frühzeitig zu machen, denn für mich war es ein ziemlicher Stress in 3 Tagen, die ich in Deutschland war zwischendurch, fix alles für einen Kreditantrag fertig zu stellen.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Ich habe zwischen 1000 - 1250 € pro Monat ungefähr ausgegeben.

Unterkunft im Monat (ca.)

450

Verpflegung im Monat (ca.)

450

Freizeit im Monat (ca.)

100-200

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Dadurch, dass ich innerhalb von Europa war, brauchte ich mir um das Telefon keine Sorgen zu machen, da ja die Roaming-Gebühren abgeschafft wurden. Ich habe mir keine Kreditkarte geholt, weswegen ich bei jedem Abheben 5€ Gebühren zahlen musste. Deswegen habe ich es mir angeeignet, viel mit der EC-Karte zu zahlen und wenn ich Geld abgehoben habe, dann gleich soviel, dass es für längere Zeit hielt und ich nicht direkt wieder zur Bank rennen musste.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Ich war an der ISCOM in Paris, eine private Hochschule, die anders, als andere Universitäten komplett auf richtige Lehrer verzichtet, zumindest in dem Studiengang, den ich besucht habe. Stattdessen unterrichten sogenannte "Professionals" die in den jeweiligen Bereichen arbeiten, die unterrichtet wurden und nur nebenbei noch der Lehrtätigkeit an der ISCOM nachgegangen sind.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Meine Lehrveranstaltungen waren weitaus anspruchsvoller, als hier in Hannover. An der ISCOM herrscht Anwesenheitspflicht und die Beteiligung im Unterricht wird bewertet. Genauso musste ich für viele Fächer regelmäßige Abgaben fertig machen und Vorträge halten. Zudem kamen viele Projektarbeiten in Gruppen, die zusätzlich zu dem ohnehin schon hohem Arbeitspensum hinzukamen. Viele Fächer setzten zusätzlich noch am Ende eine 3-Stündige Klausur voraus, von denen in der letzten Woche im Januar immer 2 täglich geschrieben wurden.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Dadurch, dass ich kein Französisch spreche, habe ich die meiste Zeit mit den anderen Erasmus-Studenten verbracht, die auch kein/wenig Französisch konnten. Die Kommilitonen aus meiner Klasse waren zwar nett, haben in ihrer Freizeit aber nur wenig mit uns gemacht. Während der Gruppenarbeiten in den Projekten war es auch häufig so, dass sie sich in Französisch unterhalten haben, wodurch man sich selbst immer ein wenig ausgeschlossen gefühlt hat.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

Paris ist eine großartige Stadt für Freizeit-Aktivitäten. Es gibt Unmengen an Sehenswürdigkeiten, Parks, Museen und andere tolle Sachen, die man machen kann. Da ich ein Museums- und Kulturfan bin, war ich häufig in solchen unterwegs oder habe mir die Sehenswürdigkeiten angeguckt. Vorteil an Paris: Wenn man EU-Bürger ist und unter 26, kommt man in die meisten Museen sogar umsonst rein, sogar ins Louvre. Ansonsten bin ich gerne spazieren gegangen, die Architektur ist großartig.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Ich hab mir das ganze Semester weitaus entspannter vorgestellt. Ich hatte oft Momente, in denen ich gerne einfach nach Hause gegangen wäre, weil viel von mir gefordert wurde von Seiten der Uni aus. Außerdem war es leider eine Lüge von der ISCOM, dass Französisch keine Voraussetzung wäre für das Auslandssemester und ich keine Probleme haben würde, wenn ich es nicht spreche. Bereits die erste Informationsveranstaltung war komplett in Französisch, sodass ich nichts von dem erzählten verstehen konnte. Auch die Mails, mit organisatorischen Informationen, waren eigentlich immer Französisch, sodass ich jedes Mal nachfragen musste, worum es denn überhaupt ging. Antworten habe ich da von meinen Kommilitonen bekommen, die Verwaltung der ISCOM spricht nämlich auch kein/kaum Englisch, leider. Mich hat auch die Tatsache gestört, dass ich keinen festen Stundenplan hatte, dadurch, dass die Lehrer selber nur bedingt Zeiten hatten, war dieser jede Woche anders, und konnte sich teilweise noch 2 Tage vorher einfach ändern. Trotzdem habe ich viel Neues dazu gelernt und auch viele interessante Fächer gehabt, außerdem habe ich tolle Leute aus Europa kennengelernt.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Ich habe letztendlich viel mehr gemacht, als ich musste. Ich habe 27 Credits bekommen, werde aber letztendlich nur 16 angerechnet bekommen. Das war mir aber schon im Vornerein klar und ich finde das auch nicht schlimm, weil ich meinen Wissenshorizont mit den vielen neuen Fächern immens vergrößert habe und das für mich einen großen Wert hat.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Geht nur nach Paris, wenn ihr auch wirklich französisch könnt. Wenn auch gesagt wird, ihr braucht das nicht: Das ist eine Lüge. Franzosen lieben ihre Sprache und selbst wenn man es in der Uni eher weniger braucht, brauchst du es dennoch im Alltag.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Ich werde nur noch in Länder gehen, wo ich sicher weiß, dass die englische Sprache keine Probleme darstellt. Außerdem werde ich früher mit den finanziellen Planungen anfangen, damit ich nicht wieder einen derartigen Stress habe.

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