Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Estland

Allgemeine Daten

26.01.2018 - 20.06.2018
Estland
Tartu
Lev Tolstoi

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Tartu Kõrgem Kunstikool / Tartu Art Collage

Fachrichtung des Betriebs

Department of Media Design

Studiengang

Media and Advertisement Design

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Relativ einfach. Ich habe mich nach den Partnerschulen der Hochschule Hannover orientiert und nachdem ich meine 1. Wahl nicht bekommen habe, war ich umso glücklicher mit meiner 2. Wahl.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Mir war von Anfang an klar, dass ich nicht in ein Studentenwohnheim wollte. Ich habe also aus Deutschland nach einer Alternative gesucht und dann für die erste Woche ein Zimmer in einer 2er WG gefunden (über diverse Facebook-Seiten). Vor Ort habe ich dann nach Wohnungen und anderen WGs gesucht, was sich als sehr schwierig rausgestellt hat, bzw. so wie es in Deutschland auch sein kann. Nach der ersten Woche bin ich dann in das Apartment meiner Tutorin (eine Kommilitonin, die für mich „zuständig war“) gezogen und nach 2 weiteren Wochen hat sie ein Zimmer in einer Haus WG für mich gefunden. 
Ich würde es genauso wieder tun, auch wenn die erste Zeit dadurch noch etwas schwieriger war. Ein Zimmer im Studentenwohnheim kam aber bis zum Ende nicht für mich in Frage. Man muss halt damit rechnen, dass es anstrengend sein kann - aber es lohnt sich! Und zudem war mein Zimmer am Ende sehr viel günstiger als ein Zimmer im Wohnheim (welches man sich außerdem mit einer fremden Person teilt).

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Möchtest Du etwas zu den Versicherungen anmerken?

Ich war durch meine deutsche Krankenversicherung auch in Estland versichert und habe keine zusätzliche Versicherung abgeschlossen. Ein Flug nach Hause ist günstiger als der Versicherungsbeitrag!

Wie lief es mit den Finanzen?

Ich habe das Erasmus+ Stipendium erhalten und zusätzlich das Go-Out Stipendium der Hochschule Hannover. Außerdem Auslands-BAföG. Damit kam ich sehr gut zurecht.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Unterkunft im Monat (ca.)

130

Verpflegung im Monat (ca.)

200

Freizeit im Monat (ca.)

100

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

In meiner WG war alles vorhanden, was ich benötigt habe.
Ich hatte ein Bankkonto aus Deutschland mit dem ich alles bezahlen konnte - in Estland kann man (fast) alles mit der Visakarte bezahlen. Bargeld wird dort eher weniger benutzt - ist aber genauso möglich.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Die Tartu Kõrgem Kunstikool ist eine sehr kleine und überschaubare Hochschule. In jedem Jahrgang sind maximal 12 Leute. Das Department of Media ist sehr familiär. Es gibt eine gemeinsame Küche, einen gemeinsamen Aufenthaltsraum und die Studenten laufen mit Hausschuhen durch die Räume. Außerdem hat der Studiengang ein großes Studio mit Lichtanlage und großem Drucker. Die Zuständige für die Erasmus Studenten ist sehr hilfsbereit und auch sonst gibt es genügend Leute zum ansprechen, wenn Hilfe benötigt wird.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Ich habe 8 Kurse belegt. Einige aus dem Bereich Grafikdesign, einige aber auch aus anderen Bereichen. Außerdem habe ich eine Exkursion nach Russland gemacht.
Es gibt viele künstlerische Fächer. Die theoretischen Fächer werden den Erasmus Studenten auch nicht empfohlen, da sie meistens auf Estnisch laufen. Ich habe einige Projekte von zuhause aus bearbeitet, da der Unterricht selbst auf Estnisch war. Die Professoren lassen da sehr gut mit sich reden.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Zu Beginn (Januar) war der Kontakt zu Einheimischen wirklich sehr schwer. Ich habe im Vorhinein schon oft gehört, dass die Esten sehr verschlossen sein können, war aber dann doch sehr überrascht, wie doll das ist. Die Esten sind wie das Wetter! Ist es draußen kalt und dunkel, verkriechen sie sich und sind Neuen gegenüber sehr kühl. Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, blühen sie auf! Ich habe nie zuvor so viele glückliche Gesichter gesehen. Es wird gegrüßt und alle Menschen strahlen. Das habe ich sehr genossen!
Man muss also erstmal durch zwei sehr schwierige und einsame Monate durch, bevor man die Schönheit des Landes und deren Menschen kennen lernen kann.
Ich empfehle auf jeden Fall im Sommersemester (vor Ort „Springsemester“) nach Estland zu gehen, da man dann den (sehr kurzen) Frühling und den Sommeranfang erlebt. Wenn möglich würde ich versuchen über Mittsommernacht (Ende Juni) zu bleiben, das ist eine ganz phantastische Zeit in Estland oder Finnland.
Die Esten sprechen sehr gutes Englisch, einige sogar Deutsch.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

Ich habe ein paar tolle Leute kennen gelernt, die, wie ich, nicht wirklich große Lust auf die typischen Erasmus Geschichten hatten. Zu Beginn sind wir zu einigen Veranstaltungen gegangen, aber nach einigen Wochen nicht mehr so wirklich. Wir haben dann zusammen die Stadt und das Land erkundet, viele tolle Orte entdeckt und viele schöne Abende zusammen verbracht. Im Sommer kann man wunderbar schwimmen gehen und die vielen Nationalparks bieten wunderschöne Natur zum wandern und entspannen.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Estland ist ein ganz wunderbares Land. Unentdeckt und unberührt mit herzlich guten Menschen und einer Stille die ich sonst noch nicht erlebt habe. Wahrscheinlich liegt das an der geringen Einwohnerzahl und der großzügigen Natur.
Tartu ist eine sehr schöne kleine Stadt, in der man alles gut zu Fuß erreichen kann. Auch Busse fahren ab und zu sinnvoll. Tartu hat ein paar schöne Kneipen und Cafés. Ich habe in Karlova gelebt, direkt bei der Hochschule. Ich würde das Viertel als das alternative Viertel bezeichnen und immer wieder dorthin ziehen.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Der Weg zur Anerkennung war etwas holprig, da man nicht wirklich einen Leitfaden bekommen hat. Im Grunde muss man aber das Transcript of Records an das Prüfungsamt leiten und dieses trägt dann die Kurse ein. Man muss sich nicht parallel für die Kurse aus Hannover anmelden.

Welche weiteren wichtigen Hinweise hast Du für zukünftige Studierende?

Im Auslandssemester durchlebt man Höhen und Tiefen!
Trau dich, halte durch und genieße!
Es lohnt sich!

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Ich bin schon vorher viel gereist aber nach der Zeit in Estland weiß ich, dass unbekannte Orte nach wie vor viel spannender für mich sind als gängige Urlaubsziele.

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Estland

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