Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Schweden

Karlstad University
Karlstad University
Stockholm
Stockholm
Karlstad (See Alstern)
Karlstad (See Alstern)
Rentier in Schwedisch Lappland
Rentier in Schwedisch Lappland
Karlstad
Karlstad
Wald in Karlstad
Wald in Karlstad
Lofoten, Norwegen
Lofoten, Norwegen
Oslo, Norwegen
Oslo, Norwegen
Dog sledding in Lappland
Dog sledding in Lappland

Allgemeine Daten

11.01.2019 - 30.06.2019
Schweden
Karlstad
Duettgatan

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Karlstads Universitet / Karlstad University

Fachrichtung des Betriebs

Karlstad Business School

Studiengang

Betriebswirtschaftslehre (BBA)

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Die Karlstad University ist eine Partnerhochschule der HsH. Da ich mein Auslandssemester in einem skandinavischen Land verbringen wollte, fiel meine Wahl auf Norwegen, Schweden und Finnland. Zur Bewerbung - sowohl für die Partnerhochschule als auch für das Erasmus Stipendium - muss man alle Schritte im Mobility Online Portal durchlaufen und wird zum Bewerbungsgespräch eingeladen. Hierüber sollte man sich nicht allzu große Sorgen machen :) Nach der ersehnten Zusage begann dann die Planung des Aufenthaltes.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Zimmersuche entfiel, da einem für das Auslandssemester ein Zimmer des Wohnungsanbieters KBAB garantiert wird. Per Mail wird man ständig über den aktuellen Status und die weiteren Schritte auf dem Laufenden gehalten. Man hat die Wahl zwischen drei Zimmergrößen (klein, mittel und groß) und sollte schnellstmöglich auf die KBAB Mail antworten, um seine Wunschgröße zu erhalten. Ich habe mich für das kleinste Zimmer beworben und es auch bekommen. Die mittleren und großen Zimmer sind recht ungünstig geschnitten (das große ist über zwei Stockwerke verteilt) - somit war ich zufrieden mit meiner Wahl. Das Student Housing befindet sich ca. 7 Minuten von der Uni entfernt, sodass man sie sehr bequem erreichen konnte. Man ist in verschiedenen kleinen Gebäuden untergebracht, „in der Mitte“ gibt es einen kleinen Gemischtwarenladen (Achtung: teuer!) und eine Pizzeria. Man lebt zusammen mit anderen Studenten auf einem Flur und teilt sich eine große Gemeinschaftsküche. Durch sein eigenes Zimmer mit eigenem Bad hat man aber auch genug Privatsphäre und einen Zufluchtsort. Die Zimmer sind bereits möbliert mit Bett, Schreibtisch und Co. Die meisten Austauschstudenten leben mit anderen International Students auf einem Flur, ich war da eher die Ausnahme mit größtenteils schwedischen Mitbewohnern.
Insgesamt habe ich das Campusleben sehr genossen, auch wenn es natürlich viele Partys gibt. Das Studentenwohnheim ist optimal gelegen, angrenzend gibt es einen großen Sportplatz mit Fußballfeld und einen typisch schwedischen Wald, in dem ich gerne joggen gegangen bin. Ca. 30 Gehminuten entfernt liegt außerdem der wunderschöne See „Alstern“, der sowohl zugeforen im Winter als auch im Sommer zum Baden ein lohnendes Ziel darstellt.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Möchtest Du etwas zu den Versicherungen anmerken?

Ich bin privat versichert und musste keine zusätzlichen Versicherungen für meinen Aufenthalt in Schweden abschließen. Ist man gesetzlich versichert, sollte man seine Europäische Krankenversicherungskarte mitnehmen, die wird zur Vorlage bei Ärzten und Krankenhäusern erwartet und es wird direkt mit der deutschen Krankenkasse abgerechnet.
Ich war während meines Aufenthaltes zweimal beim Arzt und würde eher davon abraten, wenn es nicht sehr dringend ist. Das schwedische Gesundheitssystem ist sehr undurchsichtig und unterscheidet sich vom deutschen. Es gibt keine privaten Ärzte, sondern lediglich Vårdcentralen (Gesundheitszentren) und Sjukhuset (Krankenhäuser). Es empfiehlt sich, die zentrale (kostenlose) Nummer 1177 anzurufen, dort wird man von einer schwedischen Krankenschwester beraten. Es ist aber auch möglich „einfach so“ in die Notaufnahme (Akutmottagninen) des Krankenhauses zu gehen.

Wie lief es mit den Finanzen?

Das Erasmus-Stipendium und der Go-Out-Zuschuss (500€) waren eine willkommene Hilfe für die Finanzierung meines Aufenthaltes. Zusätzlich hatte ich Hilfe durch meine Familie und eigene Ersparnisse.

In Schweden wird kaum mehr mit Bargeld bezahlt, eine Kreditkarte ist daher dringend zu empfehlen! Ich habe meine bei der DKB beantragt und bin sehr zufrieden damit gewesen.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Unterkunft im Monat (ca.)

255€

Verpflegung im Monat (ca.)

200€

Freizeit im Monat (ca.)

200€

Sonstiges

200€ Reisen

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Wie zuvor beschrieben sollte man unbedingt eine Kreditkarte beantragen (falls nicht schon vorhanden), da diese das am meisten akzeptierte Transaktionsmedium in Schweden ist. Ansonsten gab es neben Learning Agreement und Co. nicht viel anderes zu beachten (Visum etc. ist in Schweden - da EU - zum Beispiel nicht erforderlich). Bei Ankunft erhält man seine eigene T-Nummer, die man fortlaufend bei Arztbesuchen und in der Uni angibt. Die T-Nummer ist die temporäre Version der Personennummer, die jeder schwedische Bürger besitzt.
Im Zimmer im Studentenwohnheim gibt es kostenloses, unbegrenztes Wlan. Das Kabel hierzu ist immer und ein Router meistens im Zimmer vorhanden. In meinem Zimmer war leider keiner vorhanden as ich ankam, sodass ich mir einen Router organisieren musste.

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Die Karlstad University ist eine sehr moderne Universität und hat eine besonders schöne Bibliothek. Im Sommer kann man im angrenzenden Park verweilen. Es gibt einige Cafeterien, die jedoch recht teuer sind. Vollwertige Essen sind für ca. 8€ zu haben, das günstigste Gericht sind Nudelboxen für 5€.
Insgesamt war die Betreuung der Uni sehr gut, es gab eine Introduction Week und auch während des Semesters viele Aktionen und Events für internationale Studenten.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Das Semester an der Karlstad University war in zwei Terms unterteilt. Im ersten Term habe ich die Kurse “Swedish as a Foreign Language I” und “Aspects of Sweden” besucht. Beide kann ich mir nicht anrechnen lassen. Der Schwedischkurs hat Spaß gemacht und hat uns die Grundlagen der schwedischen Sprache näher gebracht. Prüfungsleistungen waren ein Oral Exam und ein Written Exam. Im Kurs Aspects of Sweden mussten drei Essays angefertigt werden.
Im zweiten Term habe ich die Kurse “Business by Web and Web Analytics” und “International Business Environment” belegt. Beide kann ich mir für mein BWL-Studium anrechnen lassen. Im ersten Kurs mussten drei Essays angefertigt werden, der zweite Kurs war etwas aufwendiger und bestand aus Präsentationen, Essay und einem Written Exam am Ende.
Insgesamt lag das Niveau etwas niedriger und “verschulter” im Vergleich zur HsH. Gefallen hat mir, dass sich das Arbeitspensum auf das Semester verteilt hat. Eine Klausurenphase am Ende entfällt, dafür fertigt man kontinuierlich im Laufe des Semesters Essays etc. an. Ich hatte außerdem wenig Vorlesungen, der Fokus im Schweden liegt eher auf Selbststudium. Es wird also erwartet, dass man sich außerschulisch selbständig vorbereitet.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Kontakt zu Schweden hat man leider kaum, die Schweden sind ein recht schüchternes Völkchen, insbesondere als Mitbewohner. Abends auf Partys kann man sie aber dann auch mal in Plauderlaune erleben. Ich hatte Kontakt zu Schweden, richtige Freundschaften haben sich aber leider nicht ergeben. Dafür hatte ich guten Anschluss zu den anderen Austauschstudenten: Die Karlstad University begrüßt Studenten aus der ganzen Welt (Kanada, Irland, Australien, China, Thailand, Tschechien, Ungarn, Finnland..) und man findet schnell Anschluss. Anzumerken ist, dass ein Großteil der Austauschstudenten aus Deutschland und Frankreich kommen. Um dennoch Kontakt zu englischsprachrigen Studenten aufzubauen, sollte man darauf achten, sich nicht in einer „deutschsprachigen Gruppe“ zu isolieren.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In meiner Freizeit bin ich oft spazieren und joggen gegangen im angrenzenden Wald und zum See “Alstern”. Karlstad als Stadt ist im Vergleich eher klein und bietet nicht super viele Möglichkeiten. Natürlich gibt es auch viele Parties sowohl auf dem Studentenwohnheimsgelände als auch in den städtischen Clubs (Koriander, Nöjesfabriken).
Karlstad ist sehr gut gelegen zwischen Stockholm und Oslo (je ca. 3 Stunden entfernt. Von hier aus kann man weitere Reisen unternehmen. Im Laufe des Semesters bin ich auf die Lofoten, Norwegen, nach Lappland, Schweden, nach Helsinki, Finnland, auf die schwedische Insel Gotland, Göteborg und nach Tallinn, Estland gereist. Es gibt organisierte Reisen des Anbieters scanbaltexperience.com, die ich jedoch nicht in Anspruch genommen habe. Insbesondere Mini-Kreuzfahrten des Anbieters Tallink-Silja sollte man sich anschauen, hiermit kann man sehr günstig (20€ pro Person) nach Tallinn, Helsinki oder Riga reisen.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Anfangs war ich sehr skeptisch, ob so ein Auslandsaufenthalt etwas für mich ist, da ich zuvor noch nie so etwas unternommen habe. Kurz vor Abreise hatte ich starke Zweifel. Rückblickend kann ich aber sagen: Ich würde es jederzeit wieder machen! Man lebt sich super schnell ein und die Zeit verfliegt wie im Flug. Den Erfahrungsbericht schreibe ich noch von Schweden aus und mir fällt es schwer, alles hinter mir zu lassen. Die wunderschöne Landschaft, die schwedische Kultur und natürlich die neuen Freundschaften machen es mir schwer, zu gehen.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Ich kann mir die beiden Kurse Business by Web and Web Analytics sowie International Business Environment anrechnen lassen. Zu berücksichtigen ist, dass die Uni nur drei Noten vergibt: VG, G und F (gut bestanden, bestanden und failed). Die Umrechnung erfolgt folgendermaßen: VG = 1.0, G = 4.0, F = 5.0
Aufgrund dessen war natürlich der Druck hoch, ein VG zu erreichen.

Wie wirkt sich dein Aufenthalt auf den weiteren Werdegang und die Pläne für weitere Auslandsaufenthalte aus?

Mein Auslandssemester hat mich nicht nur sprachlich und fachlich sondern auch menschlich weitergebracht. Ich habe großartige Menschen kennengelernt und wahre Freundschaften sind entstanden. Im Laufe des Jahres und der darauffolgenden Zeit wollen wir uns gegenseitig in unseren Heimatländern besuchen.
Der Aufenthalt hat mich dazu ermutigt, weitere Auslandsvorhaben in der Zukunft anzustreben - ob für ein Auslandspraktikum oder einen Master im Ausland.
Alles in allem kann ich sagen, eine der besten Zeiten meines bisherigen Lebens in Schweden verbracht zu haben.

Tack så mycket, Sverige! Vi ses!

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