Wanderlust

Erfahrungsbericht: Auslandssemester Estland

Allgemeine Daten

29.01.2016 - 17.06.2016
Estland
Tartu
Önne 45

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

Tartu Kõrgem Kunstikool

Studiengang

Möbeldesign / Innenarchitektur

Vor meiner Abreise

Wie war die Praktikums- / Studienplatzsuche?

Die Suche war nicht ganz so einfach wie gedacht, da es nicht besonders viele Standorte für das Studium der Innenarchitektur im Ausland gibt. Zumindest nicht viele die eine Partnerschaft mit der HS Hannover haben. Und da ich unbedingt in den Norden wollte, hatte ich nicht gerade eine große Auswahlmöglichkeit.
Für Estland habe ich mich dann aber doch gerne entschieden, da es ein neues, für mich völlig unbekanntes Land war und ich gerne irgendwo hinwollte wo mir keiner etwas drüber erzählen konnte. Und es hat dich definitiv gelohnt in solch ein kleines Land zu gehen.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die ersten 4 Wochen habe ich in einem Studentenwohnheim gewohnt. Leider ist es in Estland üblich in Doppelzimmern untergebracht zu werden. Da ich doch ab und an meine Privatsphäre sehr schätze, war es mir sehr wichtig möglichst schnell etwas Neues zu finden. Dies war nicht sehr leicht da der Lebensstandard in Estland etwas anders ist als wir es in Deutschland gewohnt sind. Es gibt nicht viele Wohngemeinschaften und wenn befinden sie sich meist in alten, etwas heruntergekommenen Hochhäusern. Da sich die Kunsthochschule in einem sehr schönen Viertel (Karlova) von Tartu befindet wollte ich gerne dort in der Nähe etwas finden und habe mir letztendlich mit meiner Zimmergenossin aus dem Wohnheim eine kleine Wohnung in einem Holzhaus gemietet. Somit wohnten wir dann typisch estnisch und ich war überglücklich. Mit einem Holzofen, sehr einfacher Einrichtung und einem großen Garten hatten wir eine wunderschöne Zeit in Tartu.

Finanzen und Versicherungen

Welche Versicherungen hast Du vor der Reise abgeschlossen?

Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung

Wie lief es mit den Finanzen?

Mit dem Stipendium und einer zusätzlichen Unterstützung meiner Eltern kam ich sehr gut zurecht in Estland.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Wie waren die Lebenserhaltungskosten?

Das wohnen in den Wohnheimen in Tartu ist extrem günstig und auch wenn man sich eine Wohnung mietet ist die Miete relativ gering.
Die Lebensmittelpreise sind ähnlich wie die in Deutschland.
Öffentliche Verkehrsmittel sind sehr sehr günstig. Wenn man früh genug bucht kann man für 1 Euro nach Tallinn fahren.

Unterkunft im Monat (ca.)

180 Euro

Verpflegung im Monat (ca.)

150 Euro

Freizeit im Monat (ca.)

80 - 150 Euro

Während meines Aufenthalts

Die üblichen Formalitäten...

Da ich mir eine Wohnung gemietet habe in Estland musste ich mir natürlich auch einen Internetanschluss besorgen. Dies war aber wesentlich einfacher als in Deutschland und war sehr installiert und unkompliziert.
Ein Bankkonto habe ich mir auch in Estland eingerichtet da ich keine Kreditkarte besitze. Auch dies war bei der Swedbank relativ unkompliziert.

Um sich in Tartu ein monatliches Busticket oder einen Studentenausweis oder eine Wohnung mieten zu können muss man sich zu Beginn des Aufenthaltes beim Bürgeramt in Tartu anmelden damit man eine estnische Identifikationsnummer bekommt.
Kostet insgesamt 20 Euro

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Das Tartu Art College ist sehr klein und familiär. Jeder Studiengang hat seine eigene Küche und seine eigenen Werkstätten. Insgesamt studieren dort ca. 400 Studenten.
Für mich war es ein völlig neues studieren da das Studium fast nur praktisch ausgerichtet war. Ich hatte nur handwerkliche Kurse und es hat mir sehr großen Spaß gemacht dort zu studieren. Da die Kurse nur sehr klein sind bekommt man immer ausreichend Unterstützung durch die Lehrer aber auch Kommilitonen. Es dauert zwar eine gewisse Zeit bis sich die Esten öffnen aber dann sind sie sehr hilfsbereite Menschen. Auch wenn keine Kurse waren konnte man in seiner Freizeit in den Werkstätten arbeiten und immer nach Hilfe fragen.
Ich werde diese Art des Studiums sehr vermissen.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Da ich überwiegend praktische Kurse belegt hatte, waren meine Kurse immer sehr handwerklich und spannend.
Beispielsweise mussten wir im Kurs Stuhldesign einen kompletten Stuhl designen und dann auch selber bauen in der Holzwerkstatt. Dies hat mir sehr großen Spaß gemacht und ich bin froh dass ich daran teilnehmen konnte. Außerdem hatte ich einen Schmiedekurs, einen Kurs in denen wir feine Holzarbeiten angefertigt haben ( Intarsienarbeit), einen Lederhandschuh in dem jeder seinen eigenen Handschuhe nähen konnte, auch einen Innenarchitekturkurs in dem wir die neue Ausstattung des Theatertages geplant haben. Außerdem habe ich im Wahlfach der Fashionshow bei der Umsetzung und Bühnengestaltung mitgeholfen. Insgesamt ein sehr lehrreiches Semester, jedoch auf eine ganz andere Art die ich aus Deutschland nicht kannte, weil es kaum praktische Kurse in Hannover gibt.
Der schönste Kurs im Tartu Art College war allerdings der Elsewhere-Kurs. Zwei Lehrer aus der Fotografie organisierten für uns 6 Erasmusstudenten Mittwochs und auch an ein paar Wochenenden Ausflüge durch Estland. Sie brachten uns zu wunderschönen Orten die wir ohne sie nie besucht hätten.

Wie war der Kontakt zu Kommilitonen/Arbeitskollegen/Einheimischen?

Der Kontakt zu Einheimischen und Kommilitonen war zu beginn nicht sehr leicht, da die Esten sehr verschlossen sind. Es brauchte ein paar Wochen bis man auch mal richtige Gespräche mit ihnen führen konnte da die Initiative immer von einem selber ausgehen musste. Aber auch wenn sie anfangs nicht viel mit einem gesprochen haben, waren sie immer sehr freundlich und hilfsbereit. Vor allem meine Tutorin hat mir immer sehr viel geholfen, sei es bei der Kurswahl oder Wohnungssuche etc.
Leider waren wir in der Kunsthochschule nur 6 Erasmusstudenten. Wodurch man sich zu beginn etwas allein gefühlt hat.
Jedoch sind an der Universität Tartu noch wesentlich viel mehr Erasmusstudenten. Somit lernt man mit der Zeit genug Leute kennen.

Was hast Du in deiner Freizeit gemacht?

In den paar Monaten bin ich sehr viel herumgereist. Nicht nur Estland mit seiner atemberaubenden und unberührten Natur hat mich fasziniert auch die Nachbarländer Lettland und Litauen haben mich begeistert. Die schönste Reise ging aber nach Lappland im tiefsten Winter. Organisiert war die Tour vom Erasmusprogramm. Wir haben nicht nur sehr schön gewohnt sondern hatten auch wunderbare Aktivitäten wie Husky- und Rentnerschlitten fahren, Eisfischen, Skifahren etc.
Auch in Tartu war immer genug los. Die Stadt ist zwar nicht sehr groß aber dafür gibt es ein paar sehr schöne Cafes und Bars in denen die Zeit viel zu schnell vergeht. Mittwochs gab es für Studenten immer ein kostenfreies Kino und auch an anderen Veranstaltungen für Erasmusstudenten mangelte es nicht.

Nach meiner Rückkehr

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