Erfahrungsbericht: Auslandssemester Polen
#Europa #Polen #Poznań
03.02.2025 - 31.01.2026
Polen
Poznań
Al. Marcinkowskiego 29
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
Uniwersytet Artystyczny im. Magdaleny Abakanowicz
Fotojournalismus & Dokumentarfotografie
Ich habe mich aus verschiedenen Gründen für ein Auslandssemester entschieden.
Einerseits hatte ich Lust, den Studienalltag an einer anderen Universität zu erfahren sowie
eine neue Kultur kennenzulernen und interkulturellen künstlerischen Austausch mit
Lokal-Studierenden und anderen Erasmus-Teilnehmenden zu haben. Andererseits wollte ich
meine eigene Praxis unter neuen Einflüssen und Möglichkeiten erweitern. Das
interdisziplinäre Angebot der UAP hatte mich dann sehr angesprochen. Ursprünglich hatte
ich mich jedoch für eine andere Universität beworben, an der ich keinen Platz bekam. Das
HsH-Outcoming Team hat mich dennoch eingeladen, einen Platz an einer anderen
Universität anzufragen.
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft
Im ersten Semester hatte ich eine Unterkunft von Pepe Housing, davon würde ich eher
abraten. Es fallen extra Kosten für den Makler an, der Zustand der Wohnungen ist oft
schlechter als beschrieben, keine vorab Informationen zzgl. der Mitbewohnenden,
regelmäßiger Versuch die Kaution nicht zurückzuzahlen und darüber hinaus dann doch
relativ teuer. Wenn man doch darauf zurückgreifen muss, würde ich auf jeden Fall dazu
raten vor dem Auszug den Zustand des Zimmers und den Gemeinschaftsräumen
fotografisch zu dokumentieren und der Schlüsselrückgabe in Person beizuwohnen, um die
Checkliste mit Voraussetzungen für die Rückgabe der Kaution zu überprüfen und sich dabei
nicht abwimmeln zu lassen.
Die beste Option ist die Facebook Gruppe nieruchomosci UAP, dort findet man Angebote
von Studierenden. Ich habe einen Gesuch-Beitrag gepostet und darüber ein tolles Zimmer
gefunden. Es gibt ein Studi-Wohnheim, über die Universität. Es ist sehr günstig, dafür teilt
man sich das Zimmer und es gibt eine Küche pro Stockwerk. Es gibt auch noch andere
Wohnheime, um die man sich allerdings selbst zu kümmern hat.
siehe oben
Ich konnte Miete und Essen weitgehend durch die Förderung zahlen. Alles on top leider aus
eigener Tasche. An sich kann man relativ günstig schöne Sachen in Poznan machen, man
sollte nur auf jeden Fall Materialkosten für die Uni einplanen. Unter 26 kriegt man 51% auf
die Tram und die Züge innerhalb von Polen, was super praktisch für günstiges Reisen ist
und auch Unterkünfte sind weitaus preiswerter als in DE. Es ist relativ wichtig
vorauszuplanen, dass 1/3 der Förderung erst nach erfolgreichem Abschluss des
Aufenthaltes (Anerkennung Credits von der HsH, Erfahrungsbericht, Letter of Confirmation)
ausgezahlt wird.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
Die UAP ist eine klassische Kunstuniversität mit Erweiterung einer intermedialen und interdisziplinären Fakultät. Die Universiätsgebäude liegen in der Altstadt, umgeben von Marktplätzen, Cafe's und Gallerien.
Die Inhalte und Aufgaben kommen sehr auf einen selbst und die gewählten Studios an. Im
Allgemeinen verfolgt die UAP ein “Studio” statt eines “Kurs” Prinzips. Das heißt, die
Lehrveranstaltungen sind in der Regel semesterübergreifend und sehr fokussiert auf das
selbstständige Arbeiten und Umsetzen von Ideen der Studierenden. Ich habe Studios in den
Fakultäten Fotografie, Skulptur, Film, Malerei und Zeichnen belegt. Während es Studios gibt,
die eher auf die Vermittlung von Skills ausgelegt sind, ist es hilfreich, einen “Plan” zu haben
und Lust am selbständigen Arbeiten zu haben. Es ist in fast jedem Studio möglich, mit so
ziemlich jedem Material zu arbeiten und sich frei auszudrücken. Auf Anfrage geben einem
die Dozierenden auch konkrete Aufgaben.
In den Werkstätten ist meistens 1x die Woche Pflichtanwesenheit, wenn die Lehrenden vor
Ort sind (meistens 1-3x die Woche je 3 Stunden). Man hat jeden Tag Zugang zu den
Werkstätten von 8:00-20:00 Uhr. In den Foto/Media Studios arbeitet man tendenziell
selbständig an den Projekten und trifft sich dann 1x die Woche in der Gruppe zu
Konsultationen. Es gibt ein Fotostudio, eine gut ausgestattete Dunkelkammer und einen
gemütlichen Aufenthalts/Arbeitsraum,
Die finale Projektleistung ist je Studio unterschiedlich. Generell habe ich die Erfahrung
gemacht, dass der Prozess im Fokus steht. Es ist zwar gerne gesehen, am Ende des
Semesters ein “fertiges” Werk zu haben, Anwesenheit, Präsenz und aktives Arbeiten stehen
jedoch im Vordergrund. Ich würde auf jeden Fall empfehlen, die Fakultät-Touren in der ersten Woche mitzunehmen
und aktiv auf die Lehrenden zuzugehen mit Fragen und Vorstellungen zuzüglich
Arbeitsaufwand, Möglichkeiten, Erwartung für die finale Abgabe etc. (Nicht alle
Professor*innen sprechen Englisch, die Studio-Assistenz unterstützt meist gern bei
Übersetzung) Es gibt auf der Website unter "Study in English" auch eine Liste mit allen
belegbaren Kursen + E-Mail Adresse der Dozierenden, wo man sich einen Überblick im
Voraus verschaffen kann.
Tendenziell ist man mit 3-4 praktischen Studios intensiv ausgelastet. Es gibt auch Theorie
Seminare, für Informationen wendet man sich am besten direkt an die Fakultätsleitung via
E-Mail. Bei Fragen und Unsicherheiten immer auf die Leute zugehen und nach Hilfe fragen.
Es ist sehr nett Kaffee zu trinken und Pizza zu essen auf dem Plac Wielkopolski.
Ich habe eine so schöne Erfahrung im Erasmus gemacht, dass ich von einem auf zwei
Semester verlängert habe. Die Erasmus-Bubble in Poznan war sehr willkommen heißend
und es war einfach, neue Kontakte zu schließen. In den besuchten Kursen habe ich sehr viel
persönliche Unterstützung durch die Dozierenden, in Form von Einzel-und
Gruppenkonsultationen, bei der Umsetzung von Projekten und Arbeiten erfahren. Auch die
Kommilitonen waren nach einiger Zeit interessiert und offen für Austausch. Poznan selbst ist
eine schöne Stadt mit viel Kultur und Kunst im Alltag. Es gab quasi jede Woche
Ausstellungseröffnungen, Events, etc. Besonders schön ist auch die Realisierung der
Erasmus-Ausstellung mit Marc Tobias Winterhagen im Sommersemester. Wenn man im
Wintersemester studiert, kann man eine Arbeit in Obhut für die Ausstellung in der UAP
lassen.
Bei allen Anliegen war das HsH-Outgoing Team immer schnell erreichbar und stand mir mit
Rat und Tat zur Seite. Das International Office der UAP erreicht man am besten, wenn man
innerhalb der Bürozeiten persönlich vorbeischaut.
Mit der Anerkennung hat bei mir alles sehr gut geklappt. Bei Fragen und Unklarheiten einfach immer an die verantwortliche Person des heimischen Studienganges wenden und von Anfang an Klarheit über Anforderungen und Anrechnungsprozedere schaffen.
Meine weiteren Pläne sind das Fertigbringen vom Bachelor und anschließend ein Master mit künstlerischer Ausrichtung.

Polen
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