Erfahrungsbericht: Auslandssemester Lettland
#Europa #Lettland #Riga
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19.01.2026 - 22.05.2026
Lettland
Riga
Kalpaka bulvāris 13
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
Art Academy of Latvia
Szenografie
Ich habe mich für das Auslandssemester entschieden, da ich während des Studiums unbedingt die Chance nutzen wollte für einige Zeit ins Ausland zu gehen. Ich denke ein Auslandssemester ist eine einfache und niedrigschwellige Möglichkeit eine solche Erfahrung zu machen und es gibt gute Optionen für die Finanzierung.
Ich wollte wegen der Erasmus-Förderung gerne in einem Land in der EU bleiben und die Lehre sollte auf Englisch angeboten werden. Außerdem wollte ich auch im Ausland gerne in meinem spezifischen Studiengang studieren.
Entsprechend dieser Kriterien wurde die Auswahl dann schon etwas eingegrenzt. Für Lettland habe ich mich schlussendlich entschieden, da die Website der Kunstakademie mich angesprochen hat und ich auch von Dozierenden von der interessanten Film- und Theaterszene dort gehört habe.
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft privat organisiertes Wohnheim
Meine Unterkunft war ein Zimmer in einem privat organisierten Wohnheim für Gast-Studierende. Ich habe also mit sieben anderen Erasmus-Studis zusammen gewohnt. Die Wohnung war sehr schön, groß und zentral gelegen und ich war sehr zufrieden damit. Mit 460 Euro Warmmiete war es wahrscheinlich nicht die günstigste Option, aber das Zimmer war vollmöbliert, die Wohnung sehr gut ausgestattet und der Kontakt zu den Vermietern sehr gut, sodass ich den Preis gerechtfertigt finde.
Ich habe die Wohnung sehr schnell gefunden, etwa zwei bis drei Monate vor meiner Anreise.
Ich habe mein Zimmer über die Website der Kunstakademie gefunden. Dort waren verschiedene Unterkünfte für Gast-Studis verlinkt.
Ich habe auch Studis kennengelernt, die auf der anderen Flussseite, in den schönen Vierteln dort gewohnt haben. Bevor man auf die Flussseite der Innenstadt, aber sehr weit außerhalb zieht, kann man sich das auf jeden Fall auch anschauen.
Meine Auslandssemester habe ich vor allem über die Erasmus-Finanzierung und Unterstützung meiner Eltern finanziert. Ich habe sehr ähnlich viel Miete gezahlt, wie in Hannover. Auch die Lebenshaltungskosten sind vergleichbar, vielleicht ein wenig günstiger. Ich habe aber dafür öfter Cafes besucht und auch mehr Freizeitaktivitäten unternommen, weshalb ich insgesamt etwas mehr Geld ausgegeben habe, als in meinem Alltag in Hannover.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
Die Lettische Kunstakademie ist in zwei sehr schönen historischen Gebäuden untergebracht und mein Department hatte verhältnismäßig viel Platz. Es gibt außerdem extrem moderne und gut ausgestattete Werkstätten, die ein ganzes Gebäude füllen. Zudem gibt es eine Mensa, eine Bibliothek und einen hübschen Garten. Die Akademie ist mitten in der Innenstadt, zwischen der Nationalgalerie, dem Nationaltheater, dem Kultusministerium und am Rand eines Parks. Diese Lage fand ich schon sehr beeindruckend, ebenso wie den Einfluss den die Kunstakademie in der Stadt und auch in historischem Sinne hat. Sie ist auch gut vernetzt, sodass man kostenlos in einig Kunstmuseen gehen kann und in meinem Fall auch öfter kostenlos in eines der Theater.
Ich fand es auch schön in einem so kreativen Umfeld zu studieren und ich konnte vor allem durch die anderen Erasmus-Studis auch Kontakt zu anderen Departments knüpfen.
Besonders toll war auch das International Office der Akademie. Die Mitarbeitenden sind super lieb, haben sich immer sehr gekümmert und auch sehr schöne Veranstaltungen für uns organisiert.
Meine Lehrveranstaltungen waren teils sehr ähnlich, teils sehr unterschiedlich zu den Veranstaltungen in Hannover. Ein großer Unterschied war, dass ich nicht an einer großen Hauptaufgabe gearbeitet habe, sondern an sehr vielen Aufgaben parallel, wodurch man sich die Arbeit gut einteilen musste. Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, dass von mir sehr abstrakte und konzeptuelle Ergebnisse gefordert wurden und es mehr um die eine gute Idee ging, als um die Entwicklung einer Idee. Das war sehr herausfordernd für mich, aber auch schön in dem Semester eine etwas andere Herangehensweise zu lernen. Ähnliches habe ich auch aus einigen anderen Departments gehört.
Meine größte Herausforderung und auch Kritik ist, dass in meinen Veranstaltungen fast nur lettisch gesprochen wurde. (Außer in der, die explizit für Erasmus-Studis war.) Meist wurde nur englisch gesprochen, wenn ich persönlich angesprochen wurde, wobei alle Dozierenden gut Englisch konnten. Dadurch hatte ich das Gefühl schlecht in den Austausch mit den andern Studis zu kommen, da diese ihre Gedanken nur in lettisch ausgetauscht haben. Auch von Organisatorischem habe ich manches nicht mitbekommen und musste sehr oft sehr viel nachfragen. Zudem herrschte organisatorisch sowieso oft etwas Durcheinander in Department.
Ausnehmen muss ich bei dieser Kritik aber meinen Hauptentwurf-Kurs, der in großen Teilen auf englisch stattfand.
Mein Department war auch gut in der Theaterszene vernetz und wir waren öfter in Stücken oder hatten Gastvorträge von Menschen aus der Branche.
In meiner Freizeit habe ich mich viel mit den anderen Erasmus-Studis getroffen und zeit in den hübschen Cafes verbracht. Ich habe auch versucht möglichst viel von der Stadt zu entdecken und war oft einfach zu Fuß unterwegs oder habe eines der unzähligen Museen besucht. (Bspw. Das Okkupationsmuseum, das Freilichtmuseum oder die Nationalgalerie.) Ich war auch bei Musikveranstaltungen und Partys in netten, alternativen Bars oder im ältesten Punk-Club der Stadt. In meiner Zeit konnte ich auch zwei kleine Filmfestivals mitnehmen und war sowieso sehr viel im Kino. Ich kann auch sehr empfehlen die Veranstaltungen der Kunstakademie und es International Office wahrzunehmen, wie zum Beispiel Vernissagen, bei denen man auch mit anderen Studis in Kontakt kommen kann. Mein Highlight war auch de Karneval der Akademie.
Besonders schön ist es aber auch aus der Stadt herauszukommen und ans Meer, in eines der Moore oder in eines der kleinen Städtchen auf dem Land zu fahren.
Mit Reisebussen ist man auch schnell im ganzen Baltikum unterwegs und kann Wochend-Trips unternehmen. Ich war in Vilnius, Tallinn, Tartu und Helsinki und kann alle Städte sehr empfehlen.
Der ESN in Riga ist auch sehr aktiv und bietet viele Veranstaltungen und Ausflüge an, die konnte ich zeitlich aber nicht wahrnehmen.
Insgesamt bin ich sehr froh das Auslandssemester gemacht zu haben und auch stolz die Herausforderungen mit der fremden Stadt und Sprache überwunden zu haben. Ich denke daraus habe ich sehr viel gelernt. Ebenso konnte ich viel von den neuen Inhalten im Studium und von den neuen Dozierenden mitnehmen. Frischer Input ist denke ich immer sehr hilfreich. Eine andere Kultur und auch Theaterkultur zu erleben war auch sehr interessant und ich denke ich kann davon viel für meine weitere Arbeit aufnehmen.
Am schönsten fand ich die anderen Erasmus-Studis kennenzulernen und Zeit mit ihnen zu verbringen und für mich sind sogar einige Freundschaften daraus entstanden.
Besonders in Erinnerung werden mir die Stunden in meinen beiden liebsten Cafes mit den neuen Freunden bleiben, außerdem der Karneval der Kunstakademie und die ersten warmen Tage mit Picknick auf einer der Inseln in der Düna.
Für meine Anerkennung hoffe ich die meisten Kurse angerechnet zu bekommen, da ich im gleichen Jahr und Studiengang wie in Hannover studiert habe. Trotzdem möchte ich jetzt wahrscheinlich mein Studium um ein Semester verlängern um nicht direkt vom Erasmus-Semester in Endphase meines Studiums zu stolpern.
Allen künftigen Studierenden möchte ich raten sich über die Sprachbarriere bewusst zu sein. Wenn man sich dessen bewusst ist, offen auf die Leute zugeht und einfach oft nachfragt, kann man denke ich eine gute Zeit in dem Studium haben. Außerdem sollte man über die Kälte im Winter Bescheid wissen, in meinen ersten Wochen hatte es zwischen -10 und -20 Grad. Insgesamt würde ich aber allen Riga sehr empfehlen, es ist eine sehr schöne und lebhafte Stadt.
Ich hoffe mein neu gelerntes Wissen und die neuen Perspektiven in meine weitere Arbeit einfließen lassen zu können. Ich denke ich konnte auch noch mehr meine Stärken und Schwächen ausloten und kann vielleicht ein bisschen Selbstbewusstsein aus der Erfahrung schöpfen. Außerdem fände ich es sehr schön mit den Leuten, die ich kennengelernt haben in Kontakt zu bleiben.

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