Erfahrungsbericht: Auslandssemester Spanien

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#Europa #Spanien #Valencia

Allgemeine Daten

01.09.2025 - 01.02.2026
Spanien
Valencia
C/ del Pintor Domingo, 20, Ciutat Vella 46001 Valencia

Art des Aufenthalts

Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit

Hochschule / Betrieb im Ausland

EASD Escola de Disseny de València

Studiengang

BSKE - Experimentelle Gestaltung

Vor meiner Abreise

Warum hast du dich für das Praktikum / den Studienplatz entschieden?

Ich habe mich für den Auslandsaufenthalt in Valencia entschieden, weil ich bereits Spanisch spreche und meine Sprachkenntnisse weiter verbessern wollte. Da ich ursprünglich aus Chile komme, ist Spanisch meine Muttersprache.
Im Alltag in Hannover und Deutschland nutze ich die Sprache jedoch nur selten, weshalb es mir wichtig war, für mein Erasmussemester in ein spanischsprachiges Land zu gehen, um mein Spanisch wieder auf ein muttersprachliches Niveau zu bringen. Daher war für mich schnell klar, dass ich an einer spanischen Hochschule studieren möchte.
Außerdem hat mich Valencia als Stadt besonders angesprochen. Die Stadt besitzt eine reiche kulturelle und gestalterische Geschichte und wurde 2022 zur Europäischen Designhauptstadt ernannt. Vor allem die traditionsreiche Keramikkunst, die lebendige Designszene und die Verbindung von historischem Erbe und zeitgenössischer Gestaltung fand ich sehr inspirierend. Nicht zuletzt reizte mich die Möglichkeit, ein halbes Jahr am Mittelmeer zu leben, eine neue Umgebung kennenzulernen und die spanische Kultur aus nächster Nähe zu erleben. Insgesamt bot Valencia für mich die ideale Kombination aus sprachlicher, kultureller und gestalterischer Weiterentwicklung.

Wie war die Zimmer-/Wohnungssuche?

Leicht Mittel Schwer

Meine Unterkunft war...

von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft

Über die Zimmer-/Wohnungssuche und Unterkunft

Die Wohnungssuche habe ich leider erst relativ spät begonnen. Rückblickend würde ich empfehlen, sich direkt nach der Zusage der Gasthochschule um eine Unterkunft zu kümmern, da gute und bezahlbare Zimmer schnell vergeben sind. Für die ersten beiden Monate habe ich über Airbnb ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft gefunden. Die Lage war sehr gut, allerdings war die Miete mit 630 Euro pro Monat vergleichsweise hoch.
Während der ersten Wochen in Valencia habe ich andere Austauschstudierende kennengelernt. Über diese Kontakte wurde ich auf ein freies Zimmer aufmerksam und konnte die Unterkunft wechseln. Das neue Zimmer kostete 550 Euro pro Monat und lag nur etwa drei Gehminuten von der Hochschule entfernt. Mit dem Wechsel hatte ich großes Glück, da sowohl das freie Zimmer als auch die kurzfristige Übernahme für den Vermieter problemlos möglich waren. Insgesamt war die Wohnungssuche für mich daher mittelmäßig aufwendig, wobei mir die Kontakte vor Ort letztlich sehr geholfen haben.

Tipps und Tricks

Als Tipp für die Wohnungssuche würde ich empfehlen, sich möglichst früh nach der Zusage der Gasthochschule um eine Unterkunft zu kümmern. Außerdem lohnt es sich, vorab die verschiedenen Stadtteile genauer anzuschauen und deren Lage zur Hochschule zu berücksichtigen. Manche Viertel wirken auf den ersten Blick sehr attraktiv, liegen jedoch relativ weit von der Designhochschule entfernt.
Besonders das Wohnen direkt am Strand kann reizvoll erscheinen, ist für den täglichen Weg zur Universität jedoch eher unpraktisch, da dieser Teil der Stadt vergleichsweise weit von den Fakultäten entfernt liegt. Beliebte Wohngegenden unter Studierenden sind beispielsweise Benimaclet und Ruzafa. Ruzafa bietet viele Cafés, Bars und kulturelle Angebote, ist jedoch häufig etwas teurer. Wer früh genug sucht, kann dort dennoch bezahlbare Zimmer finden.
Eine weitere gute Option ist die Altstadt, da sie sehr zentral liegt und kurze Wege zur Hochschule ermöglicht. Generell würde ich empfehlen, die Entfernung zur Universität bei der Wohnungssuche stärker zu gewichten als die Nähe zum Strand, da dies den Alltag deutlich angenehmer macht.

Finanzen

Wie hat es mit der Finanzierung geklappt?

Die Finanzierung meines Erasmus-Aufenthalts erfolgte hauptsächlich über das Erasmus+-Stipendium sowie durch die Unterstützung meiner Familie. Die Beantragung des Stipendiums verlief grundsätzlich unkompliziert. Allerdings würde ich empfehlen, alle erforderlichen Unterlagen möglichst frühzeitig einzureichen, da sich die Auszahlung sonst verzögern kann. Zusätzlich habe ich mein Zimmer in Hannover während meines Auslandssemesters untervermietet, was die finanzielle Belastung ebenfalls reduziert hat.
Die Lebenshaltungskosten in Valencia habe ich insgesamt als ähnlich zu denen in Deutschland empfunden. Lebensmittel im Supermarkt sind preislich vergleichbar, wobei manche Produkte günstiger und andere etwas teurer sind als in Deutschland. Deutlich höhere Ausgaben können vor allem beim Ausgehen entstehen. Restaurants, Bars und insbesondere Clubs sind häufig teurer als erwartet. Wer jedoch die lokalen und weniger touristischen Angebote nutzt, kann auch in Valencia mit einem studentischen Budget gut zurechtkommen. Insgesamt war die Finanzierung meines Auslandsaufenthalts daher gut planbar.

Art der Finanzierung

Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG

Während meines Aufenthalts

Kurzbeschreibung zur Hochschule/Einrichtung...

Die EASD Escola de Disseny de València hat mir insgesamt gut gefallen. Das Studium unterscheidet sich jedoch in einigen Punkten deutlich von meinem Studium der Experimentellen Gestaltung an der Hochschule Hannover. Die Lehre ist insgesamt stärker strukturiert und schulischer organisiert. Es gibt Anwesenheitslisten, feste Abgabetermine und in vielen Kursen wöchentliche Aufgaben, die über Google Classroom eingereicht werden müssen. Im Vergleich dazu arbeitet man in Hannover häufiger an wenigen größeren Projekten mit einer Abschlussabgabe am Ende des Semesters.
Als Erasmus-Studierender hatte ich die Möglichkeit, meine Kurse flexibel aus verschiedenen Studiengängen zusammenzustellen. Da es an der EASD keinen direkt vergleichbaren Studiengang zur Experimentellen Gestaltung gibt, konnte ich in Absprache mit meinen Dozierenden in Hannover Lehrveranstaltungen aus unterschiedlichen Fachbereichen wählen. Dadurch erhielt ich spannende Einblicke in verschiedene gestalterische Disziplinen.
Die Kommunikation mit den Dozierenden war überwiegend unkompliziert. Die meisten Lehrenden konnten Englisch sprechen, wobei dies je nach Studiengang unterschiedlich ausfiel. In meinem Fall konnte lediglich die Keramikdozentin kein Englisch, was jedoch kein Problem darstellte, da ich Spanisch spreche. Insgesamt habe ich die Hochschule als offen, praxisorientiert und für internationale Studierende gut zugänglich erlebt.

Tätigkeiten / Inhalte / Lehrveranstaltungen deines Praktikums / Studiums /etc.

Während meines Erasmussemesters konnte ich meine Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Studiengängen frei zusammenstellen, da es an der EASD keinen direkt vergleichbaren Studiengang zur Experimentellen Gestaltung gibt. Dadurch hatte ich die Möglichkeit, unterschiedliche gestalterische Bereiche kennenzulernen. Meine Kurse waren „Landscaping and Public Space“, „Temporary Architecture Projects“, „Interior Design Studio Workshop“, „Enamels Workshop“ sowie ein Keramikkurs an der Partnerinstitution in Manises.
Besonders interessant war der Keramikkurs, der an der Keramikschule in Manises stattfand. Manises ist für seine jahrhundertealte Keramiktradition bekannt, und die Zusammenarbeit mit dieser Einrichtung bot einen spannenden Einblick in handwerkliche und gestalterische Arbeitsweisen. Darüber hinaus belegte ich einen Emaille-Kurs aus dem Schmuckdesign sowie mehrere Kurse aus dem Bereich Innenarchitektur.
Die Arbeitsweise an der EASD unterscheidet sich deutlich von der Hochschule Hannover. In fast allen Kursen gab es wöchentliche Aufgaben und Abgaben, die über Google Classroom eingereicht werden mussten. Dadurch war die Arbeitsbelastung über das Semester hinweg sehr konstant. Trotz der regelmäßigen Abgaben blieb der Umfang der Arbeit gut zu bewältigen.
Inhaltlich fand ich insbesondere den Kurs „Landscaping and Public Space“ sehr spannend und zeitgemäß. Die behandelten Themen wirkten aktuell und vergleichbar mit dem, was an anderen europäischen Hochschulen gelehrt wird. Auch die Kurse im Bereich Innenarchitektur waren fachlich auf einem ähnlichen Niveau wie die Lehrveranstaltungen, die ich aus Hannover kenne. Die anderen Kurse waren zwar interessant, lagen inhaltlich und fachlich jedoch teilweise etwas unter dem Niveau, das ich von meinem Studium an der Hochschule Hannover gewohnt bin. Insgesamt habe ich die Vielfalt der Kurse und die Möglichkeit, verschiedene Fachrichtungen auszuprobieren, als große Bereicherung meines Auslandssemesters empfunden.

Hast du Tipps für Freizeitaktivitäten?

Für die Freizeitgestaltung bietet Valencia sehr viele Möglichkeiten. Besonders empfehlen kann ich den Strand im Stadtteil El Cabanyal. Da ich im Wintersemester vor Ort war, konnte ich bis etwa Mitte Dezember noch problemlos im Mittelmeer schwimmen. Vor allem im September war das Wasser noch angenehm warm und der Strand ein idealer Ort, um Zeit mit Freunden zu verbringen oder nach den Lehrveranstaltungen zu entspannen.
Mein persönlicher Lieblingsstadtteil war Ruzafa. Dort gibt es zahlreiche Cafés, Bars, Restaurants und kleine Geschäfte, sodass man einen großen Teil seiner Freizeit dort verbringen kann. Das Viertel ist sehr lebendig und bietet viele Möglichkeiten, andere Studierende kennenzulernen. Eine etwas günstigere Alternative ist Benimaclet, das ebenfalls bei Studierenden beliebt ist und eine angenehme Atmosphäre hat.
Auch die Altstadt von Valencia ist sehenswert und gehört zu den Orten, die man während des Aufenthalts unbedingt erkunden sollte. Allerdings sind viele Restaurants und Bars dort stärker auf Tourismus ausgerichtet und daher oft etwas teurer. Für den Alltag und das Ausgehen habe ich andere Stadtteile meist als angenehmer empfunden.
Ein weiteres Highlight ist der Turia-Park, der sich durch einen großen Teil der Stadt zieht. Dort kann man spazieren gehen, joggen, Fahrrad fahren oder Sport treiben. Gerade an warmen Tagen ist der Park ein beliebter Treffpunkt und bietet eine willkommene Abkühlung im Vergleich zu den dicht bebauten Teilen der Stadt. Insgesamt bietet Valencia eine sehr hohe Lebensqualität und eine gute Mischung aus Stadtleben, Kultur, Sport und Strand.

Nach meiner Rückkehr

Fazit und besondere Erlebnisse

Als Fazit kann ich sagen, dass mein Erasmus-Aufenthalt in Valencia für mich eine sehr bereichernde Erfahrung war. Besonders in Erinnerung bleiben mir die vielen Begegnungen mit anderen internationalen Studierenden. Durch Erasmus habe ich Menschen aus ganz Europa kennengelernt und Freundschaften geschlossen, die weit über das Semester hinaus bestehen werden. Der Austausch über unterschiedliche Kulturen, Lebensweisen und Perspektiven war für mich einer der wertvollsten Aspekte des Aufenthalts.
Der Kontakt zu den lokalen Studierenden war dagegen etwas begrenzter. Wie an vielen Erasmus-Standorten verbringen internationale Studierende einen Großteil ihrer Zeit miteinander, während die einheimischen Studierenden häufig in ihren bestehenden Freundeskreisen bleiben. Dennoch konnte ich durch meine Spanischkenntnisse viele interessante Einblicke in den Alltag und die Kultur vor Ort gewinnen.
Spannend fand ich außerdem den Umgang mit den verschiedenen Sprachen in Valencia. Neben Spanisch spielt auch Valencianisch im Hochschulalltag eine wichtige Rolle. In vielen Situationen wurde auf Spanisch gewechselt, damit ich dem Unterricht problemlos folgen konnte, wodurch ich auch sprachlich viel dazulernen konnte.
Insgesamt hat sich der Auslandsaufenthalt für mich in jeder Hinsicht gelohnt. Neben den fachlichen Erfahrungen habe ich viel Selbstständigkeit gewonnen und zahlreiche neue Eindrücke gesammelt. Da ich zuvor noch nie für einen so langen Zeitraum im Ausland gelebt hatte, war das Erasmussemester eine besonders prägende Erfahrung. Ich kann einen Auslandsaufenthalt in Valencia und ein Erasmussemester allgemein uneingeschränkt empfehlen.

Wie klappte es mit der Anerkennung der Leistungen für das Studium an der HsH?

Die Anerkennung meiner Leistungen verlief sehr unkompliziert. Bereits vor dem Auslandsaufenthalt hatte ich die Kurswahl mit den Dozierenden des Studiengangs Experimentelle Gestaltung an der Hochschule Hannover abgestimmt, sodass von Anfang an klar war, welche Leistungen angerechnet werden konnten. Dadurch gab es nach meiner Rückkehr keine Schwierigkeiten bei der Anerkennung der belegten Kurse.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass die Anerkennung im Studiengang Experimentelle Gestaltung vergleichsweise flexibel gehandhabt wird. Da ich meine Lehrveranstaltungen aus verschiedenen Fachbereichen zusammenstellen konnte, war eine individuelle Absprache möglich. In anderen Studiengängen könnte der Prozess unter Umständen etwas aufwendiger sein, da dort genauer geprüft werden muss, welche Kurse im Ausland den Modulen an der Heimathochschule entsprechen. Für mich verlief die Anerkennung jedoch vollkommen problemlos und ohne größeren zusätzlichen Aufwand.

Was würdest du deinen Kommiliton*innen raten?

Allen zukünftigen Studierenden kann ich ein Erasmussemester in Valencia und einen Auslandsaufenthalt generell sehr empfehlen. Auch wenn sich Studium und Hochschulalltag in einigen Punkten von Hannover unterscheiden, überwiegen die Erfahrungen und Eindrücke, die man während dieser Zeit sammelt, deutlich. Man lernt nicht nur eine neue Kultur und eine andere Art des Studierens kennen, sondern entwickelt sich auch persönlich weiter.
Besonders wertvoll fand ich den Austausch mit den vielen internationalen Studierenden. Durch Erasmus kommt man mit Menschen aus ganz Europa in Kontakt, knüpft neue Freundschaften und erhält spannende Einblicke in andere Lebensweisen und Perspektiven. Oft entstehen daraus Kontakte, die weit über das Semester hinaus bestehen bleiben. Mit etwas Glück wird man nach dem Aufenthalt sogar in die Heimatstädte seiner neuen Freundinnen und Freunde eingeladen und baut sich so ein Netzwerk in ganz Europa auf.
Mein wichtigster Rat ist daher: Nutzt die Gelegenheit, offen auf andere Menschen zuzugehen, neue Erfahrungen zu sammeln und möglichst viel von der Zeit vor Ort mitzunehmen. Für mich war das Erasmussemester eine der prägendsten Erfahrungen meines Studiums, und ich würde mich jederzeit wieder dafür entscheiden.

Wie hat dich dein Aufenthalt weitergebracht?

Mein Erasmus-Aufenthalt hat mich sowohl fachlich als auch persönlich weitergebracht. Die im Ausland erbrachten Leistungen konnten problemlos für mein Studium an der Hochschule Hannover anerkannt werden, sodass ich mein Studium ohne Verzögerung fortsetzen konnte. Gleichzeitig habe ich einen Einblick in den Hochschulalltag und die Lehrmethoden in Spanien erhalten und konnte diese mit meinen Erfahrungen in Hannover vergleichen.
Besonders wertvoll war für mich der internationale Austausch. Ich habe Freundschaften mit Studierenden aus vielen verschiedenen europäischen Ländern geschlossen und dadurch neue Perspektiven auf Kultur, Studium und Alltag kennengelernt. Außerdem konnte ich sowohl meine Spanisch- als auch meine Englischkenntnisse deutlich verbessern, da ich beide Sprachen täglich im Studium und im privaten Umfeld genutzt habe.
Darüber hinaus hat mich der Aufenthalt selbstständiger gemacht. Für mehrere Monate in einem anderen Land zu leben, eigene Entscheidungen zu treffen und den Alltag in einer neuen Umgebung zu organisieren, war eine wichtige Erfahrung. Insgesamt war die Zeit in Valencia für mich persönlich und akademisch sehr bereichernd, und ich kann ein Erasmussemester jedem Studierenden empfehlen.

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