Erfahrungsbericht: Praktikum Spanien
#Europa #Spanien #Barcelona
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15.03.2026 - 15.09.2026
Spanien
Barcelona
Carrer de Sant Bertran, 14
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
WEKAFORÉ
Modedesign
Der Hauptgrund für Barcelona war ganz klar die Brand: WEKAFORÉ. Nach meinem Bachelor im Bereich Modedesign wollte ich danach erst mal Praxis sammeln, am liebsten in einem Umfeld, das inhaltlich zu mir passt. Das Label wurde von einem nigerianischen Designer und Künstler gegründet und beschäftigt sich mit Identität, afrikanischer und spanischer Kultur, Panafrikanismus und Community. Diese Schwerpunkte sind auch für meine eigene Arbeit als Designerin wichtig, deshalb hat mich die Brand sehr angesprochen. Dass das Ganze in Barcelona stattfindet, war ein großer Bonus. Die Stadt ist kreativ und kulturell total vielfältig, liegt direkt am Meer, und von dort aus kommt man leicht an die Costa Brava oder in andere Ecken von Spanien.
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft
Die Wohnungssuche war anstrengend, aber machbar. Vorab habe ich online einiges über Scams gelesen, deshalb war ich bei jedem Angebot misstrauisch. Meine WG habe ich nach etwa vier Wochen Suche über Idealista gefunden, die Plattform für Wohnungen und WG-Zimmer in Spanien.
Keine Angabe
Die Erasmus-Förderung hat mir sehr geholfen. Ohne sie hätte ich nicht mehrere Monate im Ausland leben und gleichzeitig ein Praktikum machen können. So konnte ich auch Madrid und kleinere Orte an der Costa Brava besuchen, und über das Praktikum durfte ich nach Paris. Die Erasmus-Beauftragten an meiner Hochschule waren von Anfang bis Ende unkompliziert erreichbar und haben schnell geantwortet, das hat mir viel Sicherheit gegeben.
Mein ehrlicher Rat: Rechne realistisch. Ohne Unterstützung von der Familie, Ersparnisse oder einen Nebenjob wird es schnell eng. Spanien ist inzwischen deutlich teurer, als man denkt, und Barcelona gehört zu den teureren Städten Spaniens. Der größte Posten ist die Miete: Für ein WG-Zimmer solltest du mit mindestens etwa 600-700 Euro rechnen.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
WEKAFORÉ ist ein unabhängiges Fashion- und Creative-Label mit Sitz in Barcelona und ist nicht nur ein Modelabel, sondern auch ein Space für Musik, Kunst und Community. Der Concept Store war nicht ausschließlich für Mode, sondern auch ein Treffpunkt für Community und Austausch. Es gab Podcast-Aufnahmen und DJ-Sets, und im Store arbeitete auch eine Jewelry-Designerin, die Grillt und Schmuck hergestellt hat.
Meine Aufgaben waren vielseitig und haben sich je nach Projekt oder Event immer wieder verändert: Einen großen Teil meiner Zeit war ich im Store, mit Store Management und dem täglichen Betrieb. Dazu kamen Kollaborationen mit anderen Brands und Designarbeit, zum Beispiel Mock-ups und Flyer mit Photoshop und Illustrator. Beim Styling habe ich bei Editorial- und Lookbook-Shootings sowie Videodrehs in Barcelona mitgeholfen und war auch bei einem Shooting in Paris dabei, inklusive Sourcing von Kleidung und Accessoires. Außerdem habe ich Bestellungen verschickt, Besorgungen gemacht und Events, Pop-ups, Konzerte und Partys des Voodoo-Club-Kollektivs vorbereitet und betreut, im Store und an anderen Locations.
Dadurch war jeder Tag ein bisschen anders, und ich habe gesehen, wie viel hinter einem kleinen, unabhängigen Label steckt.
In einem kleinen, unabhängigen Unternehmen muss man flexibel sein. Arbeitszeiten und Aufgaben ändern sich manchmal kurzfristig, und vieles entsteht spontan. Ich fand das einerseits spannend, weil ich viel ausprobieren konnte. Andererseits ist es anstrengend, wenn du klare Strukturen gewohnt bist, und manchmal lag es auch einfach an fehlender Organisation.
Informiere dich deshalb vorher, wie das Unternehmen arbeitet und was von Praktikantinnen und Praktikanten erwartet wird. Sei außerdem offen für Aufgaben, die nicht direkt zu deinem Studienschwerpunkt passen, denn dadurch habe ich Einblicke bekommen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Und knüpf aktiv Kontakte: In Barcelona trifft man ständig Leute aus ganz unterschiedlichen Bereichen, und bei mir sind Kontakte entstanden, die auch nach dem Praktikum wertvoll sind.
Rückblickend bin ich richtig dankbar für das Erasmus-Praktikum in Barcelona. Das Beste war für mich die Kombination aus Berufserfahrung und dem Leben in einer neuen Stadt mit internationalem Umfeld. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Shootings in Barcelona und Paris, die Events und die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen.
Ich habe in der Zeit auch viel über mich selbst, den Kontakt mit Kollaborationspartnern und die Kommunikation im Team gelernt.
Meine Fakultät hat das Praktikum im Rahmen von Erasmus anerkannt. So konnte ich meine Auslandserfahrung gut mit dem abgeschlossenen Studium und meinem Berufseinstieg verbinden.
Wenn du die Chance auf ein Erasmus-Praktikum oder -Semester hast: Mach es. Geh aber offen rein und rechne damit, dass nicht alles so läuft wie geplant. Bleib flexibel, auch wenn Aufgaben zuerst nicht deinen Erwartungen entsprechen, aber kenne deine Grenzen und überleg dir, was du aus der Zeit mitnehmen willst.
Für die Planung: früh mit der Wohnungssuche anfangen, die Lebenshaltungskosten realistisch einschätzen und etwas finanziellen Puffer einplanen.
Für mich hat das Praktikum nicht nur beruflich neue Türen geöffnet, sondern mir auch mehr Klarheit gegeben, wo ich mich in Zukunft beruflich und kreativ sehe.
Das Praktikum hat mir geholfen, die Mode- und Kreativbranche besser zu verstehen. Ich habe praktische Erfahrung gesammelt, Kontakte geknüpft und Arbeitsabläufe kennengelernt, die im Studium nicht vorkamen. Außerdem weiß ich jetzt viel besser, in welchem Arbeitsumfeld ich später arbeiten will, was ich von einem Arbeitgeber erwarte und welche Arbeitsweisen für mich nicht funktionieren.

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