Erfahrungsbericht: Auslandssemester USA
#Nordamerika #USA #Edwardsville
#Nordamerika #USA #Boston
10.01.2018 - 13.06.2018
USA
Boston
Buswell 15
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
Boston University
Business Administration
Für mich stand relativ früh fest, einen Studienplatz an der Ostküste zu suchen. Der Anspruch ist vergleichsweise hoch und es bedarf guten oder sehr guten Ergebnissen in Sprachtests wie TOEFL oder IELTS sowie guten Studienleistungen. Desweiteren wird soweit ich weiß auf Erfahrungen und Engagements außerhalb des Studiums geachtet, da sollten ein paar soziale und ehrenamtliche Tätigkeiten dabei sein. Sonst hatte ich recht früh eine Bestätigung und konnte mich um die offiziellen Visa und Einreisedokumente kümmern...
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft
Ich habe mich dafür entschieden on campus, also auf dem Gelände der Uni zu leben. Auch um den vibe und das klassische us college Klischee zu erfahren. Zu meiner Enttäuschung hat es verdammt lange gedauert bis eine Bestätigung kam, und zwar erst 3 Tage vor Abreise. Das scheint aber bei vielen Colleges normal zu sein. Die Wohnung an sich war in einem richtig netten typisch Boston Style Viertel auf dem Süd Campus, wenige Minuten von foodcourt, Bib und Vorlesungsräumen. Ich teilte mir das Appartment mit einem Mitbewohner, jeder ein eigenes Zimmer und geteilte Küche/Bad. Man hat einen Ansprechpartner direkt im Haus falls es Probleme gab. Ansonsten muss man sich darauf einstellen seine Unterkunft mit unterschiedlichen Kulturen zu teilen, was super interessant ist und Spaß macht, aber auch zu Reibereien sei es Sauberkeit oder Lautstärke führt.
Kranken- und Haftpflichtversicherung
Reiseversicherung
Unfallversicherung
Unbedingt eine Auslandskrankenversicherung abschließen. Hab gutes von der Halleschen und Allianz gehört, ich persönlich war direkt über die Uni versichert. Etwas teurer, aber weniger Stress und Ansprechpartner vor Ort.
Ein Auslandssemester ist teuer. Besonders in den USA schlagen da die Studiengebühren und die Unterkunft zu buche. Bei meinen Kommilitonen war eine Warmmiete von gut über 1000 Dollar keine Besonderheit und das Wohnheim bewegt sich in ähnlicher Richtung. Durch das Stipendium der Hochschule konnte ich einen Teil der Kosten decken und den Unterhalt für Essen, Bücher etc. bestreiten. Der Großteil wurde aus meinen Ersparnissen und durch die Hilfe meiner Familie aufgebracht.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
1100
500
200
Ich hatte eine Kreditkarte von der DKB mit der ich auch kostenfrei Geld abheben konnte. Also war für mich keine Bankverbindung in den US nötig.. Mit den lokalen Behörden hatte ich nur direkt an der Uni zu tun falls es um mein Visum ging. Hier lässt sich anmerken, dass bei einer zwischenzeitigen Ausreise (Trip nach Kanada, Spring Break in Mexiko...) unbedingt ein Vermerk im Visum durch die Uni gemacht werden muss. Ansonsten kann es sein, dass die Border Patrol die Einreise verweigert (ist einem passiert, er konnte nach mehrstündigen warten und dank "Kulanz" der Beamten weiter).
Die Boston University direkt am Charles River gelegen. Der Campus ist ziemlich groß und über ca. 2 Kilometer an der Commonwealth Ave verteilt. Das Fitness Center ist der Hammer und vom Hauptcampus sind es mit der Bahn ca 10min bis Downtown. Traditionsreich ist vieles an der Uni, hervorheben lassen sich die Begeisterung für das eigene Icehockey Team und den ehemaligen Absolventen Martin Luther King Jr, dem jährlich gedacht wird.
Die Kurse die ich besuchte waren gemischt mit Amerikanern und anderen ausländischen Studenten in Gruppen von 15-25 Studierenden. Die Dozenten waren auch international (Korea, Ungarn..) und sehr am Lernerfolg und einer persönliche Verbindung zum Kurs gelegen.
Nach den Einführungsveranstaltungen in der ersten Woche (wichtig! teilnehmen! Kontakte aufbauen und Leute ansprechen!) hat sich bei mir eine Gruppe aus ca 10 internationalen Studenten aus Frankreich, Pakistan, Dänemark, Italien, Mexiko, Schweiz und und herauskristallisiert. Mit Einheimischen kam ich hauptsächlich in den Sportkursen ins Gespräch und hab mir ein paar lokale Bars und Cafes zeigen lassen. Es ist am Anfang natürlich schwierig in einem neuen Land an einer neuen Uni in einer neuen Stadt Fuß zu fassen aber gerade da war meine Erfahrung wie wichtig es ist am Anfang über seinen Schatten zu springen. Waren erstmal typische "Grüppchen" entstanden wird das total schwierig.
In der ersten Hälfte von Januar bis April war es arschkalt. Als erstes stand natürlich Stadt und Leute kennenlernen auf dem Plan, also Winterjacke an und raus. Boston hat eine tolle Stadtgröße wo man das meiste zu Fuß machen kann. Ich war oft laufen um neue Nachbarschaften kennenzulernen. Hierzu vielleicht früh einen Mobilfunkvertrag mit 3-4 Freunden als "Familie" machen damit du ständig Netz hast und dich nicht verirrst :D Meine Lieblingsstrecke ging über einen Grünstreifen dem "Riverway" entlang einmal um den Jamaican Pond und wieder zurück. Als es wärmer wurde waren wir oft im Boston Common, einer Parkanlage Downtown die sich mit dem Central Park in NYC vergleichen lässt. Etwas kleiner vielleicht. Sonst haben wir uns ein paar mal Kajaks auf dem Charles River gemietet (Kendall Square, Cambridge), und waren immer mal auf Trips am Wochenende.
Es war ein richtiges Abenteuer. Viele neue Freunde kennengelernt, auf eine Hochzeit in Pakistan eingeladen, Revival auf dem Oktoberfest organisiert, tolle Kurse besuchen dürfen, internationale Kompetenzen vertieft, was fürn Lebenslauf getan, ein Stück weit erwachsener geworden. Besonders in Erinenrung bleibt der erst Tag an der Uni wo trotz google street view alles ganz schön fremd und viel auf einmal war. Das erste mal in seinem frisch bezogenen Bett für die nächsten 6 Monate liegen. Das erste mal so richtig feiern gehen und mal wieder nach dem Perso gefragt zu werden, das erste mal ganz gewissenhaft in der Bib sitzen und sein erstes Essay schreiben. Zu merken wie das immer leichter fällt und mit jeder Woche mehr Routine in den Rhytmus aus Hausarbeit schreiben, Präsentation vorbereiten und Test lernen kommt. Das erste mal Lobster Roll in Qincy market für unverschämt viel Geld kaufen und irgendwann mal das erste mal von einem Touristen nach dem Weg gefragt zu werden. Das erste mal ein airbnb Appartment in New York City mit Menschen buchen, die man keine 2 Wochen kennt. In diesem 8er Appartment mit 13 Menschen schlafen weil halt noch welche dazugekommen sind und New York halt auch TEUER ist. Das erste Mal einen roadtrip planen, der einzige mit einer richtigen und gültigen Kredikarte zu sein (danke DKB) und einen Minibus voller Menschen stundenlang durch Nationalparks zu kutschen. Das war alles ziemlich nice.
Viel hin und her gerechne, viel Recherche und Rücksprache mit Profs. Macht am besten einen Plan mit euren Wunschkursen und Modulen für die sie hier in Frage kämen. Am Ende hats geklappt.
Macht euch klar was ihr wollt und was ihr von eurem Auslandssemester erwartet. Meine Erfahrungen waren durchweg positiv, aber es ist immer auch das was man draus macht. Klar gibts Sachen die einen zwischendurch runterziehen oder die man nicht geplant hatte aber am Ende gehts schon irgendwie weiter. Fragt! Fragt Leute die da waren wo ihr hinwollt und fragt dann vor Ort Menschen die euch helfen können.
Meine Pläne könnten jetzt durchaus einen Praktikumsaufenthalt im Ausland beinhalten. Auch eine Stelle im Ausland oder ein weiteres Semester sind nach den Erfahrungen die ich in Boston gesammelt habe sehr interessant geworden.

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