Erfahrungsbericht: Auslandssemester Norwegen
#Europa #Norwegen #Trondheim

#Europa #Norwegen #Tromsø
03.03.2025 - 09.05.2025
Norwegen
Tromsø
Hansine Hansens veg 18
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
UiT - The Arctic University of Norway / University Library
Informationsmanagement berufsbegleitend
Norwegen hat mich seit meiner Kindheit fasziniert und magisch angezogen. Als Biathlonfan war es schon lange ein Wunsch einmal am Holmenkollen gewesen zu sein. Diesen konnte ich mir mit der Teilnahme an der BOBCATSSS Conference im Rahmen des Studiums erfüllen.
Nach dem Besuch der BOBCATSSS-Konferenz 2023 in Oslo schlug eine Bekannte, die ich dort kennengelernt hatte, vor: „Come to Norway!”
Ich habe kurz nachgedacht und angefangen zu recherchieren. Klar war: Ich wollte mein Praktikum im Bereich Open Science absolvieren und hatte alle infrage kommenden Bibliotheken angeschrieben. Zusagen kamen aus Stavanger (Südnorwegen) und Tromsø (Nordnorwegen).
Die UiT bzw. die Universitätsbibliothek bietet umfangreiche Angebote im Bereich Open Science und liegt in der Arktis. Für mich als winterliebenden Menschen war dies der perfekte Ort für ein Praktikum im Frühjahr 2025.
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft
Wer nach Tromsø reist, sollte die Nordlichtsaison im Hinterkopf haben. Ich habe zunächst versucht über die Uni eine Unterkunft zu bekommen. Doch obwohl ich bereits im Oktober des Vorjahres für meinen Praktikumszeitraum angefragt hatte, war nur ein Platz auf der Warteliste möglich.
Ich habe dann die gängigen Plattformen nach Unterkünften durchsucht. Ein Hindernis war Ostern, eine Haupreisezeit in Norwegen. Ich habe nach etwas Recherche ein Zimmer in einer Privatunterkunft für den gesamten Zeitraum gefunden. In der Unterkunft wurde ein weiteres Zimmer vermietet, sodass ich regelmäßig Kontakt zu Gästen aus aller Welt hatte. Die Gastgeberin war in meinem Alter, sodass sich gelegentlich Gespräche an den Abenden ergaben, ihre Hinweise zu Ausflügen und generell dem Leben im Land waren sehr wertvoll für mich.
Ich habe meine Unterkunft so gewählt, dass sie gut an den ÖPNV angebunden ist. Ich konnte morgens den Expressbus zur UiT nutzen - innerhalb von 12 Minuten (Fahrt durch den Tunnel) anzukommen: Luxus pur.
* Geld: Bargeld benötigt man nicht, alles kann man per Karte zahlen. Beachtet den Wechselkurs zu NOK. Ich habe mir für’s Ausland eine weitere Kreditkarte (mit guten Wechselkonditionen) zugelegt
* Vegetarisches/veganes Essen; … ist in Nord-Norwegen nicht so verbreitet wie in Deutschland. Die Supermärkte sind kleiner, ebenso die Auswahl an Lebensmitteln.
*Ausflüge per Auto: Wenn Ihr das Fahren auf Eis & Schnee nicht gewohnt seid: Finger weg!! Jährlich gibt es viele Unfälle mit Touristen, welche ihre Fahrkünste überschätzen. Ausflüge sind auch gut per ÖPNV oder Fähre möglich
*Wetter: Checkt die Wetterapp bevor ihr das Haus verlasst! Das Wetter hier oben ist rauh und kann gerade in den Bergen schnell umschlagen - überlebenswichtig. Für Ausflüge bringt entsprechende Kleidung und Ausrüstung mit;
Norwegen ist, teuer - keine Überraschung. Mit der Finanzierung hatte ich keine Probleme - ist jedoch als berufsbegleitender Student nochmal eine andere Situation.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
Die UiT ist die nördlichste Universität der Welt mit Campus-Standorten in Nord-Norwegen. Die Verbundenheit zur Arktis spiegelt sich auch in den Studiengängen wieder. So existieren Studiengänge bzw. Programme Arctic Nature Guide, Indigenous Studies, Law of the Sea & Ocean Leadership ebenso wie Angebote, die ich hier nicht unbedingt erwartet hätte: Aerospace Engineering. Auch für meinen Studiengang gäbe hier ein entsprechende Angebote: Medie- og dokumentasjonsvitenskap sowie Bibliotek- og dokumentasjonsvitenskap.
Die Universitätsbibliothek ist mit zehn Bibliotheken auf den Campi vertreten. Die größte Bibliothek ist die Kultur- og samfunnsfag biblioteket und befindet sich auf dem Campus Breivika in Tromsø. Überraschenderweise besitzt sie einen recht großen Bestand an Kinder- und Jugendliteratur (u.a. für die Lehrerausbildung); ebenso verfügt sie über einen umfangreichen Altbestand und Sammlungen, z.B. Karten.
• active work of various kindsfor Septentrio Academic Press (an instilutional publishing service for Diamond Open Access)
• active work of various Kinds on Digitisation of Public Domain texts with corrected OCR
• active work on transcription from speech to text, introduction to metadata, patticipation in Social Media promolion campaigns on published episodes for the ibrary-run Open Science Talk podcast
• litle active work, but good introduction to the curation Services for DataverseNO, (an archive for open research data)
• litle active work, but good introduction to the curation Services for Munin (Archive for fulltext documents In Green Open Access)
Apart from that, I received brief introductions to the general library services (cataloguing, helpdesk, webpage information, open educational resources, etc.) and collaborated with Norwegian trainee students on practical tasks.
Tromsø ist eine quirlige Studentenstadt, die einiges zu bieten hat. Neben der nördlichsten Bierbrauerei weltweit (Macks Ølbryggeri & den Øl-Hallen), erwarten Euch hier verschiedene Museen, wie das Trollmuseum oder die Kunstgalerie. Ein Muss ist der Ausflug auf den Hausberg Storsteinen (per Seilbahn möglich). Daneben laden viele kleine Läden, Bars & Veranstaltungen, wie die internationale Filmwoche zu einem Besuch ein.
Wie bereits gesagt, kann man das Umland gut per ÖPNV erkunden. Wanderungen kann man quasi vor der Haustür beginnen. Loipen sind perfekt gespurt und man trifft kilometerweit kaum Menschen.
Achtet wie gesagt auf das Wetter und fahrt nicht mit dem Auto, wenn ihr den Verhältnissen vor Ort nicht gewachsen seid.
Das Praktikum war für mich rundum ein voller Erfolg. Ich habe sehr viel mitnehmen können, tolle Menschen getroffen und Norwegen im Alltag erlebt. Die Kollegen haben mich ab Tag 1 willkommen geheißen und mich versucht, überall wo möglich einzubeziehen. Durch das Übernehmen eigener Projekte war das Praktikantengefühl schnell dahin, ich habe mich gegen Ende eher als Kollegin gefühlt.
Eine Besonderheit stellte für mich die Osterwoche dar- Gründonnerstag ist in Norwegen ein Feiertag; der Mittwoch davor nur ein halber Arbeitstag. Der Campus war, wie die Stadt selbst, quasi ausgestorben.
Über meinen eigenen Schattenspringen musste ich mehrmals, z.B. als ich kurzfristig eine Schicht an der Auskunftstheke zusammen mit einer norwegischen Praktikantin übernehmen sollte.
Übrigens: In den Büros gibt es keine Telefone - gearbeitet wird zum Videocall, Chat etc mit Microsoft Teams
Es handelte ich bei mir um die zweite Praxisphase meines Studiums. Dies wurde problemlos anerkannt. Im Vorfeld habe ich mit meinem Ansprechpartner im Studiengang sowie der Praktikumseinrichtung die Inhalte des Praktikums besprochen.
Traut Euch! :D
Macht Euch nicht zu viele Gedanken über Sprachkenntnisse. In meinem Fall hat Englisch auf B2-Level vollkommen ausgereicht. Studiert ihr wie ich als beruflich Qualifizierter (Relaschulabschluss+Berufsausbildung) weist ihr dies am besten über ein Sprachzertifikat nach.
Auch mit gesundheitlichen Einschränkungen, wie in meinem Fall Long Covid, ist ein Praktikum möglich. Sprecht dies vorher an und schätzt es realistisch ein.
Das Praktikum hat mich sowohl fachlich vorangebracht als mir auch bei meiner persönlichen Entwicklung geholfen. Ich habe gelernt mir mehr zuzutrauen und auf vorhandene Fähigkeiten zu vertrauen. Neben der Verbesserung meiner Englischkenntnisse, habe ich eine andere Arbeitskultur kennenlernen dürfen. Im Herbst 2026 werde ich nach Tromsø zurückkehren und dort Kollegen als auch Freunde wiedersehen, darauf freue ich mich sehr.
… und wer weiß, vllt. studiere ich noch Skandinavistik, da ich neben der Sprache noch mehr über Land und Leute lernen möchte.

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