Erfahrungsbericht: Auslandssemester Spanien
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01.09.2025 - 22.01.2026
Spanien
Móstoles
Av. del Alcalde de Móstoles
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
Universidad Rey Juan Carlos
Mediendesigninformatik
Im Modulplan meines Studiengangs ist eine Praxis- bzw. Auslandsphase vorgesehen. Meine Hauptmotivation für ein Auslandssemester war, meine Spanischkenntnisse zu verbessern. Deshalb habe ich mich gezielt für eine Partnerhochschule der Hochschule Hannover entschieden, die Informatik-Module auf Spanisch anbietet.
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft
Mein Zimmer habe ich etwa vier Monate vor meiner Anreise über WG-Gesucht gefunden. Nach einem Videocall mit dem Vermieter hat er mir den Mietvertrag digital zur Unterschrift zugeschickt. Die WG lag zwar nicht zentral, allerdings befindet sich auch der Campus außerhalb von Madrid. Dadurch war mein täglicher Weg zur Uni vergleichsweise kurz. Die Mietpreise in Madrid sind insgesamt ähnlich wie in Hannover, können je nach Lage aber auch etwas höher ausfallen.
Ich würde auf jeden Fall empfehlen, sich frühzeitig um ein Zimmer zu kümmern, da gerade zu Semesterbeginn viele (internationale) Studierende gleichzeitig auf Wohnungssuche sind. Neben dem Stadtteil und der Nähe zum Zentrum, sollte man auch die Anbindung an den Campus im Blick behalten. Außerdem gibt es in Madrid einige Agenturen, die zusätzlich zu Miete und Kaution eine Vermittlungsgebühr verlangen, dessen sollte man sich vorher bewusst sein.
Neben dem ERASMUS Stipendium habe ich mir das Auslandssemester hauptsächlich mit meinem Gehalt finanziert.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
Die Universidad Rey Juan Carlos (URJC) verfügt über fünf große Campus in der gesamten Autonomen Gemeinschaft Madrid sowie insgesamt elf Fakultäten. Die Campus sind sehr weitläufig und liegen größtenteils außerhalb der Stadt, sind aber gut mit Bahn und Bus erreichbar. Die Lehrräume sind modern ausgestattet, unter anderem mit Steckdosen an allen Plätzen, Belüftungsanlagen und meist mehreren Beamern oder Monitoren. Für die Bereitstellung von Lehrmaterialien wird eine Plattform ähnlich zu Moodle genutzt. Darüber hinaus gibt es auf den Campus Cafeterien, Bibliotheken, zahlreiche Lernorte und Sportanlagen. Insgesamt ist vieles stärker digitalisiert als in Deutschland: Der Studierendenausweis ist beispielsweise komplett digital in einer App hinterlegt, und organisatorische Dinge laufen ausschließlich über Online-Plattformen. Ich musste während meines gesamten Aufenthalts kein einziges Dokument ausdrucken oder unterschreiben.
Ich habe insgesamt vier Lehrveranstaltungen aus drei verschiedenen Studiengängen besucht. Pro Veranstaltung gab es wöchentlich zwei Termine à zwei Stunden, ohne Trennung in Vorlesung und Übung. Der Unterricht war insgesamt eher schulisch aufgebaut, mit vielen Übungsaufgaben während der Veranstaltung und deutlich mehr Interaktion zwischen Studierenden und Lehrenden, als ich es aus Deutschland kenne.
In allen Lehrveranstaltungen machte die Abschlussprüfung maximal 50 % der Modulnote aus. Auch in eher theoretischen Modulen gab es während des Semesters praktische Aufgaben, die einen großen Teil der Note ausmachten. Insgesamt empfand ich das Anforderungsniveau als niedriger als an der Hochschule Hannover. Diese Einschätzung bezieht sich zwar vor allem auf die Fakultät Escuela Técnica Superior de Ingeniería Informática an der URJC, wurde mir aber auch von Studierenden anderer Fakultäten und Universitäten ähnlich geschildert.
Zu Beginn des Semesters habe ich einen Spanisch-Intensivkurs an der URJC belegt. Gerne hätte ich auch während des Semesters einen Sprachkurs besucht, allerdings hat mich das Angebot nicht überzeugt. Den Intensivkurs am Anfang kann ich dennoch sehr empfehlen, nicht zuletzt, weil man dort schnell andere internationale Studierende kennenlernt. Im Gegensatz zur Hochschule Hannover sind die Sprachkurse an der URJC allerdings kostenpflichtig.
Madrid bietet viele Möglichkeiten zur Freizeitgestaltung. Besonders gut gefallen haben mir die Kunstmuseen Prado und Reina Sofía. Natürlich lohnt sich auch ein Spaziergang durch die Innenstadt, aber ebenso schön ist der Retiro-Park, in dem man selbst im Sommer bei 35 °C gut entspannen kann. Zum Ausgehen eignen sich vor allem die Viertel La Latina und Chueca. Außerdem liegt mit der Sierra de Guadarrama (Nationalpark) nur etwa eine Stunde Busfahrt entfernt ein wunderschönes Wandergebiet, das eine willkommene Abwechslung zum Stadtleben bietet. Darüber hinaus ist Madrid ein idealer Ausgangspunkt für Reisen innerhalb Spaniens: Toledo erreicht man in etwa 30 Minuten, Valencia in zwei Stunden und Granada und Barcelona in rund drei Stunden mit der Bahn.
Ich bin sehr froh, dass ich die Möglichkeit zu einem Auslandssemester hatte und sie auch genutzt habe. Ein Aufenthalt im Ausland holt einen aus der eigenen Komfortzone heraus und bietet neben neuen Lehr- und Lernformen auch die Chance, eine Fremdsprache zu vertiefen, internationale Kontakte zu knüpfen und viel zu reisen.
Die Anerkennung an der HsH war problemlos.
Der Aufenthalt hat mich aus meinem gewohnten Umfeld herausgebracht, das war für mich vermutlich der größte Gewinn. Gleichzeitig konnte ich meine Spanischkenntnisse deutlich verbessern und festigen. Auch fachlich haben mich die Module an der URJC weitergebracht, da ich Einblicke in viele unterschiedliche Bereiche und Nischen der Informatik erhalten habe.
Falls sich mir noch einmal die Gelegenheit bietet, würde ich mich jederzeit wieder für ein Auslandsstudium entscheiden.

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