Erfahrungsbericht: Auslandssemester China
#Asien #China #Hangzhou
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11.09.2025 - 14.02.2026
China
Hangzhou
318 Liuhe Rd
Praktikum Auslandssemester Kurzaufenthalt Abschlussarbeit
Zhejiang University of Science and Technology (ZUST)
Mediendesigninformatik
Ich habe mich für das Auslandssemester in China an der ZUST entschieden, weil ich bewusst etwas komplett Neues erleben wollte. Mir war wichtig, nicht einfach in ein europäisches Land zu gehen, das man als deutscher Staatsbürger relativ unkompliziert bereisen kann, sondern in eine Kultur einzutauchen, die mir bisher völlig fremd war. China hat mich schon lange interessiert vor allem wegen der ganz anderen Kultur, Sprache und Lebensweise. Ich wollte das Land und den Alltag dort aus erster Hand kennenlernen und meinen Horizont wirklich erweitern.
Leicht Mittel Schwer
von Privat Studentenwohnheim Eigene Wohnung Wohngemeinschaft
Mein Zimmer im Studentenwohnheim habe ich über eine WeChat-Gruppe der ZUST gefunden. Dort wurde vorab die Möglichkeit angeboten, in einem Wohnheim in Uninähe zu wohnen, allerdings gab es online kaum Informationen oder Bilder zu den Zimmern. Deshalb bin ich schon eine Woche vor Semesterbeginn nach China gereist und habe zunächst in einem Hotel gewohnt, um mir die Zimmer persönlich anzuschauen. Eigentlich hatte ich auch überlegt, mir eine eigene Wohnung zu suchen, aber für nur ein halbes Jahr war das organisatorisch ziemlich kompliziert. Am Ende habe ich mich daher für das Studentenwohnheim entschieden, weil es die praktischste und unkomplizierteste Lösung war.
Für ein Auslandssemester in China würde ich auf jeden Fall empfehlen, sich schon vor der Abreise wichtige Apps wie Alipay, WeChat und Amap herunterzuladen und einzurichten. Google Maps funktioniert dort nämlich nur eingeschränkt, während Amap deutlich zuverlässiger ist. Direkt nach der Ankunft sollte man sich außerdem eine chinesische SIM-Karte besorgen, da eine lokale Handynummer für viele Apps, Restaurantbestellungen oder Lieferdienste notwendig ist. Über Alipay und WeChat laufen fast alle Alltagsfunktionen von Mini-Apps bis hin zum Taxirufen (DiDi). Zusätzlich würde ich empfehlen, ein Konto bei der ICBC einzurichten. Zwar ist der Aufwand am Anfang etwas größer, aber so vermeidet man die 3 % Gebühren bei Zahlungen mit einer internationalen Karte ab 200 Yuan und kann teilweise sogar von Rabatten profitieren.
Die Finanzierung meines Auslandssemesters lief größtenteils über Auslands-BAföG, das eine sehr gute Grundlage für meine monatlichen Ausgaben war. Zusätzlich habe ich ein PROMOS-Stipendium erhalten, worüber man sich auf jeden Fall frühzeitig informieren sollte, damit man keine Fristen verpasst. Insgesamt ist das Leben in China günstiger als man vielleicht denkt vor allem Essen gehen, Taxi fahren oder Zugtickets sind im Vergleich zu Deutschland sehr preiswert. Allerdings summieren sich die Kosten trotzdem schnell, da man als Student meistens draußen isst oder Essen bestellt, weil die Wohnheime oft keine richtig ausgestattete Küche haben. Auch Reisen innerhalb Chinas sind einzeln betrachtet nicht extrem teuer, aber wenn man mehrere Trips macht, kommt am Ende doch einiges zusammen. Mit Auslands-BAföG und dem zusätzlichen Stipendium war die Finanzierung für mich aber insgesamt gut machbar.
Stipendium
Eltern/Familie
Ersparnisse
Darlehen
BaföG
Die ZUST war insgesamt in Ordnung, vor allem der Campus in der Xihu-Region bzw. bei den Xixi Wetlands war schön gelegen. Das Gebäude, in dem unsere Lehrveranstaltungen stattfanden, war allerdings etwas in die Jahre gekommen, was aber im Alltag nicht weiter gestört hat, da man sich dort hauptsächlich nur für die Vorlesungen aufhält. Wichtig ist auf jeden Fall, einen eigenen Laptop oder zumindest ein iPad mitzubringen, da die Uni-Computer sehr veraltet waren (teilweise noch mit Windows 7 oder XP) und kaum nutzbar sind. Die Organisation für uns Austauschstudierende war stellenweise etwas chaotisch, sodass man sich viele Informationen erst durch mehrmaliges Nachfragen einholen musste. Positiv war hingegen, dass es auf dem Campus mehrere große Mensen mit viel Auswahl gab sowie kleinere Cafés ähnlich wie Starbucks, nur deutlich günstiger (Luckin Coffee).
Während meines Auslandssemesters habe ich insgesamt fünf Kurse belegt, die alle sehr praxisorientiert aufgebaut waren. In den Vorlesungen musste man aktiv mitarbeiten, da man sonst schnell den Anschluss verloren hätte. Wir haben vor allem mit Programmen wie Adobe After Effects, Adobe Animate und Blender gearbeitet und dabei die Grundlagen sowie den praktischen Umgang mit diesen Tools gelernt. Zu den Kursen gehörten regelmäßig Hausaufgaben und Projekte, wodurch man automatisch gezwungen war, sich intensiv mit den Inhalten auseinanderzusetzen. Außerdem gab es eine Anwesenheitspflicht, sodass man kontinuierlich am Unterricht teilnehmen musste. Rückblickend fand ich diesen praxisnahen Ansatz sehr hilfreich, da man dadurch tatsächlich viel gelernt und eigene Fähigkeiten weiterentwickelt hat.
In meiner Freizeit gab es sowohl in Hangzhou als auch in anderen Städten viel zu entdecken. Besonders schön ist in Hangzhou der West Lake, der direkt an die Innenstadt angrenzt und ein beliebter Ort zum Spazierengehen und Entspannen ist. Außerdem gibt es in der Nähe des Hangzhou Citizen Center jeden Abend eine beeindruckende Lichtershow an den Hochhäusern. Ein weiterer Vorteil ist die Nähe zu Shanghai, das man mit dem Zug in nur ein bis zwei Stunden erreichen kann und das sich perfekt für Tages- oder Wochenendtrips eignet, da es dort sehr viele Sehenswürdigkeiten gibt. Nach dem Semester bin ich außerdem durch China gereist und habe unter anderem Shenzhen, Zhangjiajie, Chongqing und Chengdu besucht, die mir besonders gut gefallen haben. Reisen innerhalb des Landes ist gut möglich und relativ günstig, vor allem Hotels sind preiswert, sodass man viele verschiedene Orte und beeindruckende Metropolen entdecken kann.
Mein Fazit ist, dass sich mein Auslandssemester in China auf jeden Fall gelohnt hat und ich mich jederzeit wieder dafür entscheiden würde. China ist ein riesiges und sehr vielseitiges Land, in dem es unglaublich viel zu sehen und zu erleben gibt, und gleichzeitig ist das Leben dort für Studierende vergleichsweise erschwinglich. Auch wenn die ZUST optisch nicht besonders modern war, waren die Lehrveranstaltungen dennoch interessant und praxisnah. Besonders herausragend war für mich jedoch das Reisen innerhalb des Landes. Dank des sehr gut ausgebauten Hochgeschwindigkeitsnetzes konnte man schnell und unkompliziert zwischen verschiedenen Metropolen reisen. Städte wie Shenzhen mit ihrer hochmodernen Architektur, Zhangjiajie mit ihrer beeindruckenden Natur und Chongqing mit ihrer riesigen und lebendigen Skyline haben mich besonders beeindruckt. Vor allem die Größe der Städte und die nächtlich beleuchteten Skylines haben meine Erwartungen übertroffen und mein Auslandssemester zu einer unvergesslichen Erfahrung gemacht.
Die Anerkennung meiner Leistungen verlief insgesamt unkompliziert. Bereits vor Beginn des Semesters standen durch das Learning Agreement die Module fest, die ich im Ausland belegen würde. Nach Abschluss des Semesters erhielten wir nach kurzer Nachfrage über WeChat Zugriff auf das Online-Portal der ZUST, wo wir unsere Noten einsehen und das Transcript of Records herunterladen konnten. Dieses Dokument habe ich anschließend an den zuständigen internationalen Koordinator meiner Heimathochschule geschickt, der sich um die offizielle Anerkennung der Leistungen kümmerte. Nachdem alle Unterlagen eingereicht waren, verlief der Anerkennungsprozess weitgehend automatisch und ohne größere Probleme.
Ich würde auf jeden Fall raten, sich frühzeitig und aktiv über alle organisatorischen Schritte bei der ZUST zu informieren und bei Unklarheiten immer wieder bei den zuständigen Ansprechpartnern nachzufragen. Viele wichtige Informationen erhält man nicht automatisch, daher ist Eigeninitiative sehr wichtig, um keine Fristen oder Anforderungen zu verpassen. Außerdem ist es hilfreich, sich mit anderen Austauschstudierenden auszutauschen, da man so oft zusätzliche Informationen bekommt, die sonst schwer zugänglich sind. Zusätzlich würde ich empfehlen, direkt zu Beginn des Auslandssemesters ein Konto bei der ICBC zu eröffnen. Dadurch kann man größere Geldbeträge wie Miete oder Reisen einfacher und ohne zusätzliche Gebühren bezahlen, was den Alltag deutlich erleichtert.
Mein Auslandssemester hat mich persönlich und kulturell sehr weitergebracht. Ich hatte die Möglichkeit, ein für mich völlig neues Land kennenzulernen und einen authentischen Einblick in das Leben und den Alltag in China zu bekommen. Dadurch hat sich mein Bild von dem Land deutlich verändert und ich wurde insgesamt sehr positiv überrascht. Die Erfahrung hat mir auch gezeigt, wie wertvoll es ist, offen für neue Kulturen zu sein und sich nicht von Unsicherheit oder fehlendem Vorwissen abschrecken zu lassen. Ich habe dadurch mehr Selbstvertrauen gewonnen, neue und fremde Länder zu entdecken, und kann mir gut vorstellen, China in Zukunft erneut zu besuchen.

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